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Grüne & Rat & Standpunkt » Marode Atomkraftwerke gehen auch Marl etwas an
09Jan

Marode Atomkraftwerke gehen auch Marl etwas an

TiihangeIn der letzten Ratssitzung des Jahres 2016 meldete sich in der Einwohnerfragestunde Herr Rolf Schumann und problematisierte den Betrieb des belgischen Atomkraftwerks Tihange, nahe der deutschen Grenze.

Er referierte, wo laut einer im WDR ausgestrahlten Dokumentation der radioaktive Fallout bei einem Atomunfall im Falle einer Explosion landet. Hier wird deutlich, dass neben dem Aachen/Eifeler Raum als größte Gefahrenzone bei einem GAU unter normalen Westwind-Bedingungen Marl wohl in der zweitgrößten Gefahrenzone liege.

Wie man ebenfalls mittlerweile weiß, sind Haarrisse in der Reaktorwand nachgewiesen, und der Betreiber hat bereits zweimal die Kühlwassertemperaturen angehoben, um die Wahrscheinlichkeit eines Kälteschocks bei einer Notkühlung zu verringern. Das Kraftwerk werde somit derzeit knapp unterhalb der Zulassungsgenehmigung betrieben. Dies deutet darauf hin, dass selbst der Betreiber sich seiner Sache nicht sicher ist.

Kurz gesagt: Tihange bedeutet für unsere Region eine Bedrohung!

In der Kernzone, Aachen und der Eifeler Raum, wäre alles Leben sofort tot. Die Landschaft für mindestens 200 Jahre unbewohnbar. Von Tihange wären wir Marler aber auch direkt betroffen.

Jeder verantwortungsvoll denkende Marler Politiker, muss sich dieser Frage stellen.

Andere haben sich der Problematik schon gestellt.

Deutsche und niederländische Städte und Kreise entlang der Grenze sind gleichermaßen betroffen und ziehen in Sachen „Tihange“ an einem Strang. Eine Klage in Belgien ist eingereicht.

Die Stadt Aachen und ihre kommunalen Mitstreiter in der Gefahrenzone unterstützen bereits das rechtliche Vorgehen. Beinahe täglich melden sich weitere Kommunen, die sich ebenfalls an den Verfahren beteiligen wollen.

Auch Marl sollte Interesse daran haben und sich an diesem Rechtsstreit beteiligen. 2. Bei der Diskussion über einen möglichen Atomunfall wird auch immer wieder die Frage aufgeworfen, inwieweit ist Marl auf eine mögliche Katastrophe vorbereitet und wie wird sie gemeistert.

Zuständig für den Katastrophenschutz ist der Kreis Recklinghausen, aber dennoch ist es für den Stadtrat und die Bürger wichtig zu wissen, wie die Planungen des Kreises Recklinghausen für das Gebiet der Stadt Marl aussehen, sollte es zu einer Katastrophe kommen. Die Bürger sollten bereits im Vorfeld eines Vorfalls wissen, was man von ihnen erwartet und wie und wo Hilfe angeboten wird.

Wir gehen davon aus, dass speziell für Marl ein Konzept bei der Katastrophenschutzbehörde für u.a. atomare Großschadensereignisse vorliegt.

In diesem Zusammenhang haben wir folgenden Antrag an den Stadtrat gestellt:

  • Die Stadt Marl nimmt Kontakt mit der Städteregion Aachen auf und schließt sich den dortigen Klagen gegen das Atomkraftwerk Tihange an.
  • Die Verwaltung stellt den Ratsfraktionen das Konzept der Katastrophenschutzbehörde des Kreises hinsichtlich des Marler Stadtgebiets schriftlich zur Verfügung und informiert darüber im Haupt- und Finanzausschuss.
Verfasst am 09.01.2017 um 15:52 Uhr von .
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