Fakten-Check zum Moschee-Neubau der Yunus Emre Gemeinde

Kann das Bürgerbegehren den Moschee-Neubau verhindern?
Nein, denn das Grundstück, auf dem die Gemeinde bauen will, gehört ihr seit Jahren. Was die Moschee-Gegner verhindern können, sind zusätzliche Parkplätze rund um die Moschee. Die Bürger unterschreiben nämlich, dass sie gegen die Vergabe von Grundstücken der Stadt an die Türkisch-Islamische Gemeinde sind. Hintergrund: Die Stadt Marl will ein Grundstück an die Yunus Emre Gemeinde verkaufen oder verpachten, damit dort zusätzliche Parkplätze entstehen.

Noch mehr Verkehr?
Aktuell bündelt sich alles im Siedlungsbereich der Sickingmühler Straße. Das neue Plangebiet kann in Zukunft über die A52, über die Ausfahrten Marl-Brassert oder Marl-Zentrum angefahren werden. Die innerörtliche Sickingmühler Straße bindet die Moschee an den Stadtkern wie auch den Chemiepark an. Eine Ost-West-Erschließung des Stadtgebietes erfolgt über den Dümmerweg. Die Siedlungsbereiche werden deutlich entlastet.

Ezan-Ruf?
Der Rat hat die Verwaltung beauftragt, in dem noch zu beschließenden Durchführungsvertrag zu regeln, dass kein Ezan-Ruf erfolgt. Das Minarett hat rein symbolischen Charakter, welches, ähnlich wie der Kirchturm, im Christentum Bestandteil von Moscheebauten ist. Er ist als Pylon konzipiert und dem
baulichen Gesamtwerk zuzuordnen. Er weicht von der Höhe der baulichen Anlagen um 9,00 m ab, so dass eine Gesamthöhe von 24 Metern vorgesehen ist. Weiterhin klärt die Verwaltung, welche Nachfolgenutzung am bestehenden Standort geplant ist – auch hierzu ist eine entsprechende Regelung im Durchführungsvertrag aufzunehmen.

Zu wenig Parkplätze?
Insgesamt sind 200 Stellplätze im Plangebiet realisierbar. Hierdurch werden die aktuell absehbaren verschiedenen Stellplatzbedarfe für den Regelbetrieb und für Veranstaltungen berücksichtigt, so dass das Umfeld nicht durch den ruhenden Verkehr der Moschee belastet wird. Weiterhin ist der künftigen, derzeit nicht präzise kalkulierbaren Entwicklung des kirchlich-kulturellen Gemeindehauses hinreichend Rechnung getragen.

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Man kann zu DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V.) politisch stehen wie man will. Auch die Grünen haben die Bundesregierung zu einem schärferen Vorgehen gegen die Türkisch-Islamische Union (Ditib) aufgerufen.
Die Marler Grünen stellen sich aber nicht gegen den Bau der Moschee und unterstützen das Vorhaben der seit 1982 in Marl ansässigen Gemeinde. Die Religionsfreiheit ist ein Grund- und Menschenrecht, welches jedem Menschen erlaubt die persönliche individuelle Glaubensüberzeugung in Form einer Religion oder Weltanschauung frei und öffentlich auszuüben. Dies umfasst neben der Angehörigkeit zu einer Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft auch die kultische Handlung entsprechend ihrer normativen Lehre sowie ihrer aktiven Verbreitung. Wie jedes andere Grundrecht auch, kann die Religionsfreiheit mit anderen Grundrechten kollidieren.

Entwurfsplanung:

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