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Eine Wand aus Büchern

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Weniger Entleihungen bei der Stadbücherei Marl

Marl, 23.06.2010, Gert Eiben

Marl. Rund 23 Prozent mehr neue Nutzer für die Stadtbücherei, aber 12 Prozent weniger Ausleihen. Zwei Eckdaten für das Jahr 2009, die Bücherei-Chef Klaus Philipp als normale Schwankung interpretierte.

Doch unterm Strich war der Kulturausschuss nicht rundum zufrieden mit der Entwicklung der Bibliothek. 4162 aktive Nutzer stehen in der Statistik. 43 Prozent der fast 12 000 angemeldeten Benutzer sind unter 18 Jahre. Die Entleihungen sanken von fast 266 000 auf rund 234 000. 75 500 Printmedien und 15 200 Non-Book-Medien stehen bereit. Genau 36 225 Euro nahm die Bibliothek durch Entleihungen ein.

In diesem Jahr, so lässt sich schon voraussagen, werden die Zahlen schlechter aussehen. Das hängt damit zusammen, dass wegen der Umbauarbeiten die Jugendbibliothek Türmchen einige Wochen geschlossen war.

Man könne noch mehr aus der Bibliothek machen, mahnte Ingrid Heinen (SPD) im Kulturausschuss an: Öffnungszeiten, verkaufsoffene Sonntage und der Einsatz von Nicht-Fachleuten seien noch nicht ausgereizt. „Wir müssen noch mehr auf die Bevölkerung zugehen.“

Alles schon ausprobiert, erklärte Klaus Philipp. Weil man bei der EDV den Service „dramatisch“ verbessert habe, werde allerdings Fachpersonal gebraucht. Die Sonntags-Ausleihe sei kein Erfolg gewesen, die Menschen wollten eben nur einkaufen. Und die Ausdehnung der Öffnungszeiten habe lediglich zu einer „außerordentlich überschaubaren“ Besucherzahl geführt. Die Lesungen in der Bücherei litten unter nachlassendem Interesse.

Kreativität gewünscht

Dem Ausschussvorsitzenden Peter Wenzel gefielen die Erklärungen nicht: „Ich wünsche mir Kreativität und nicht den Hinweis darauf, dass es früher auch nicht geklappt hat.“ Jetzt droht der Bücherei sogar „Konkurrenz“. Die Bündnis-Grünen stellten im Ausschuss den Antrag, die Stadtverwaltung möge doch die Aufstellung eines „öffentlichen Bücherschrankes“ prüfen. Das ist ein Schrank, aus dem man Bücher nehmen oder in den man Bücher stellen kann. Wer will, kann sie behalten, andere können neue hineinstellen. Münster und Hannover hätten gute Erfahrungen gemacht, erklärte Max Malkus den Antrag.

Das könnte eine Attraktivitätssteigerung sein, stimmte die SPD grundsätzlich der Idee zu. Die CDU regte an, einen Koordinator für einen Bücherschrank zu suchen, die Stadt solle das nicht übernehmen.

Johannes Westermann (Wählergemeinschaft Grüne) hielt dagegen, man könne schon an vielen Stellen für 20 Cent Bücher ausleihen: Eine-Welt-Laden, Kirchen, Werkstatt Brassert. Die „Bücherschrank“-Idee gebe es also schon in Marl. Jetzt soll die Verwaltung prüfen: Kann man die Idee umsetzen, gibt es Paten? Oder ist das Konzept überhaupt nicht neu?

 

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