Weiter zum Inhalt
HoT Hagenbusch
31Jan

Anrüchiger Hamburgerduft


Ungewohnte Töne hört man zur Zeit aus der Marler Bauverwaltung. Angeblich aus Eigeninitiative hat man den Bereich des Wäldchens am Hagenbusch neu verplant. Während man bisher nur immer davon hörte, dass der Personalmangel in der Bauverwaltung dazu führte, dass sich alle Arbeiten verzögern würden, nun dieser Eifer.
Was hier unter dem harmlosen Namen „Änderung des Bebauungsplans Nr. 56“ daherkommt, verbirgt aber eine Menge Sprengstoff. Bereits seit längerer Zeit ist es im Rathaus ein offenes Geheimnis, das die Fast-Food-Kette, bei der der Hamburger König ist, ein Auge auf das Gelände geworfen hat. Die Lage direkt am Schulzentrum dürfte schließlich auch ideal sein. Aber warum hat die Verwaltung so starkes Interesse daran ?
Doch nicht nur die Fleischbraterei birgt Konfliktpotential. Sollte dies Gelände als Gewerbegebiet ausgewiesen werden, bekäme der Marler Stern weitere Konkurrenz, ganz zu schweigen von der Möglichkeit, dass auch weitere Spielhallen sich ansiedeln könnten.
Den entscheidenden Politikern im Bauausschuss waren alle diese Punkte aber kein warnendes Beispiel und sie nickten die Bebauungsplanänderung ab. Lediglich Bündnis 90/Die Grünen wies darauf hin, dass die Stadt schon mit dem Bau und der Vermarktung des gegenüberliegenden Herzlia-Center Schiffbruch erlitten hätte und stimmte dagegen.

 

10Dez

Bauausschuss: Ungewöhnliche Initiative des Bauamts erregt Argwohn

Verwundert rieben sich die Mitglieder des Bauausschusses im Rathaus die Augen. Die Bauverwaltung legte aus Eigeninitiative eine Bebauungsplanänderung für den Bereich Hagenbusch vor.

Das jetzt bestehende Wohngebiet soll in ein Gewerbegebiet umgewandelt werden.
Abgesehen davon, dass die Industrie- und Handelskammer schon vorab ihre Bedenken anmeldete, weil damit für den Marler Stern Konkurrenz geschaffen würde, bringt ein Gewerbegebiet auch erheblich mehr Lärm mit sich. Der Landschaftsbeirat des Kreises Recklinghausen wies außerdem darauf hin, dass das existierende Wäldchen dadurch gefährdet würde.
Während der Baudezernent Wolfgang Seckler bislang immer darauf hingewiesen hatte, dass seine Mitarbeiter keinerlei freie Arbeitskapazitäten hätten, erstaunte es den Ausschuss schon, dass dieselben Mitarbeiter jetzt von sich aus die Änderung erarbeitet hatten.
Auf Nachfrage von Michael Sandkühler (Bündnis90/Die GRÜNEN), ob nicht „BURGER KING“ wieder einmal Interesse an einem Gewerbegebiet hätte, wich Seckler aus und erklärte, dass die immer Interesse an neuen Filialen im Stadtgebiet hätten.
Als der Baudezernent merkte, dass der Ausschuss zweifelte, schlug er selber vor, die Bebauungsplanänderung zurückzuziehen.

 

03Dez

Max Malkus: Stellungnahme Bebauung HoT Hagenbusch

als PDF runterladen
Bebauungspläne können genau auf zwei Arten verabschiedet werden, entweder die Vorlagen der Verwaltung werden

einstimmig durchgewunken, weil sie der Stadtentwicklung förderlich sind und wohl im allgemeinen Interesse liegen, oder es gibt wochenlange Diskussionen weil sich hinter dem Bebauungsplan eine versteckte politische Absicht verbirgt die sich dem geneigten Leser erst bei genauerem Hinschauen eröffnet.
Spannend wird es dann, wenn eine politische Absicht erkennbar ist, sich aber alle Beteiligten Fragen müssten woher der Wind weht.  Ein Fall ist die 3. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 56 der Stadt Marl gemäß §13a Baugesetzbuch (BauGB) für den Bereich östlich der Rappaportstraße und nördlich der Bergstraße der am kommenden Dienstag im Bauausschuss und später im Rat beschlossen werden soll.

Das kleine Wäldchen an der Herzlia-Allee steht kommen Dienstag auf der Agenda des Bauausschusses. Der Vorschlag der Verwaltung lautet, dass als Wohngebiet gekennzeichnete Wäldchen in ein sog. Mischgebiet umzudeklarieren und es so einer (auch-) gewerblichen Nutzung zuzuführen. Man darf davon ausgehen, dass es bereits Investoren gibt, die die günstige Lage nutzen wollen um dort ihr Gewerbe anzusiedeln.
Sicherlich ist das Wäldchen kein Naherholungsgebiet in welchem sich am Wochenende Marler Familien zum Picknicken treffen, dennoch gibt es viele Faktoren, die das Wäldchen aus städtischer Sicht mehr als ungeeignet erscheinen lassen müssten, dort ein faktisches Gewerbegebiet zu errichten. Zwar bergen die Anmerkungen der RAG, dass es auf dem Gebiet in der Vergangenheit zu „bergbaulichen Entwicklungen“ gekommen sei und der Mitteilung der Telekom, dass auf dem Telefonversorgungskabel lügen keine statthaften Einwände gegen ein Bauvorhaben, sondern lediglich Faktoren, die dieses finanziell belasten. Doch dürften die Einwände des Kreises, des Landschaftsbeirates und der IHK schwerer ins Gewicht fallen und vor allem den Stadtplanern* zu denken geben. So machen der Landschaftsbeirat und Kreis zu recht darauf aufmerksam, dass das kleine Wäldchen zum einen „erhaltenswerten Baumbestand“ beherbergt, der in erster Linie für die umliegenden Anwohner einen wichtige Klimafunktion berge. Alleine deshalb kann, wie es die Vorlage des Bebauungsplanes auch vorsieht eine etwaige Bebauung nur unter Rücksichtsnahme der natürlichen Gegebenheiten stattfinden. Zudem werden die Planer dieses Vorhabens darauf aufmerksam gemacht, dass eine etwaige Ansiedlungen von Gewerbe für die Anwohner beträchtlichen Lärm mit sich brächte. Die Diskussionen der Vergangenheit, insbesondere um das nahegelegenen HoT Hagenbusch zeigen, dass für viele Anwohner bereits der normale Publikumsverkehr eines Jugendzentrums bezogen auf den Geräuschpegel zu Belastungen führt, denen sie sich ohne stattgefundene Anpassungen lärmschutztechnischer Art nicht aussetzen könnten. Das daneben auch das Jugendzentrum selbst u.a. als Sitz mehrer Pfadfindergruppen von der Nähe zur Natur lebt und auch wegen dem direkt anliegenden Rückzugsort des Wäldchens von vielen Jugendlichen besucht wird, das dabei immer auch noch mit einem Auge der Jugendarbeiter mitbetreut wird und eine pädagogisch vernünftigere Alternative als eine dunkele Nebenstraße birgt, darf bei der zu erwartenden Diskussion ebenfalls nicht vergessen werden. Ebenso muss der wirtschaftliche Aspekt den Stadtplanern zu denken geben. In unmittelbarer Nähe zum Wäldchen befindet sich das Herzlia-Center, ein wenig weiter der Marler Stern. Man wird sich mit Recht fragen dürfen, welchen Sinn Bemühungen zur Belebung der Stadtmitte, insbesondere des Marler Sterns haben, wenn dennoch in unmittelbarer Nähe weiter Gewerbeflächen ausgewiesen werden die dann in direkter Konkurenz zum Marler Stern treten. Die Industrie und Handelskammer  hat hinsichtlich dieser Pläne der Stadt „erheblichen Bedenken“ geäußert und spricht von Planungen die „gestoppt werden müssen“.
Die Änderung des Bebauungsplanes ist weder im Sinne der Anwohner und der anliegenden Einrichtungen und dient ebenso wenig Interessen der Stadt. Mit Blick auf den Marler Stern ließe sich sagen, dass eine solche Bebauung schädlich für die Stadt und nahezu alle Beteiligten wäre. Entsprechend werden wir uns im Bauausschuss und im Rat gegen die Zustimmung zur Änderung des Bebauungsplanes verhalten.

Hier können die benannten Schreiben, ebenso wie die Sitzungsvorlage eingesehen werden:download
Für Rückfragen stehe ich Ihnen unter +49xxxxxxx  gerne zur Verfügung.

* Auf die weibliche Sprachform wurde im Text aus Gründen der Lesbarkeit verzichtet.

 

06Sep

Anfrage: Zukunftsplanung Jugendeinrichtungen

als PDF runterladen

Die Stadt Marl steht vor der gewaltigen Aufgabe, in den kommenden Jahren mehrere Millionen Euro, in einem bereits seit 1991 nicht mehr ausgeglichenem Haushalt einzusparen. Hierbei wird betont, dass an die Substanz, die Marl in all seinen Facetten ausmacht nicht gegangen werden soll. Ziel muss es sein, dass die Stadt, so weit wie möglich lebenswert und attraktiv bleibt und sich nicht so ausverkauft, dass am Ende nichts von dem übrig bleibt was eine Stadt ausmacht. Ein oft unterschätzter Punkt in der nachhaltigen Entwicklung der Stadt, für eine positive demografische Entwicklung sind Jugendeinrichtungen die ein nicht-kommerzielles Angebot schaffen und Jugendliche, auch mit geringen Einkommen eine Möglichkeit bieten ihre Freizeit dort zu verbringen. Auf dem Papier sind diese als „freiwillige Ausgaben“ der Stadt deklarierte Kosten, gerade für die Gebäude der Jugendzentren vergleichsweise hoch. Vergessen werden in solchen Rechnungen die für das soziale Gefüge negative Spätfolgen und der Verlust der Lebensqualität, der sich auch in höheren Kosten für Sozialarbeit und Bildungsangebote wiederspiegelt, wenngleich hier andere Töpfe greifen aus denen diese Kosten dann bezahlt werden müssten. Wir möchten daher wissen, ob die Verwaltung plant bei der von der Stadt eingerichteten Jugendarbeit, gerade bei den offenen Häusern zu sparen und wie die aktuellen Planungen aussehen.

In diesem Zusammenhang bitten wir um Beantwortung folgender Frage:

1. Gibt es Planugen der Verwaltung das Haus der offenen Tür Hülsberg zu

schließen und das Gebäude zu veräußern. Mit welchem Erlös kalkuliert die

Verwaltung? Bis wann soll das Gebäude aufgegeben werden?

2. Welche Planung gibt es in der Verwaltung für die Jugendzentren HoT

Hagenbusch und den Jugendtreff Sinsen und wie gestalten diese sich?

3. Gibt es Planungen die von der Stadt eingesetzten Streetworker Stellen in

irgendeiner Form zu kürzen?

Wir bitten um eine schriftliche Beantwortung der Fragen.

Für die Fraktion

Max Malkus
(stellv. Fraktionsvorsitzender)

 

04Mai

Leserbrief Max Malkus: Jugendkultur über alles

Ska in den Mai ist wohl jedem Jugendlichen in Marl ein Begriff. In den letzten fünf Jahren war für immer 500 bis 800 junge Marler der 30. April fest eingezeichnet im Kalender. Ska in Mai war ein friedliches und sowohl musikalisch als auch organisatorisch hervorragendes Event, das Ska-Fans aus der ganzen Republik von Leipzig bis Nürnberg anzog und auch seine Fans aus den Niederlanden hatte. Die Karten waren oft schon Tage vor dem eigentlichen Konzert ausverkauft. Ska, dessen Ursprung in Jamaica liegt und mittlerweile als Tanzmusik mit vielen verschiedene Facetten gilt, war ein Verbindungspol zwischen vielen Generationen, die am Hagenbusch zusammen ohne Alkoholexzesse und Gewalt friedlich zusammen feierten. Und doch hat die „Erfolgsgeschichte Ska in den Mai“ einen für Marl ach so typischen Beigeschmack. Diese herausragende Arbeit und Bereicherung für die Jugend- und Soziokultur fand in diesem Jahr zum letzten Mal statt. Und damit findet die größte nicht kommerzielle Konzertreihe in Marl ein trauriges Ende. Aber warum? Die Stimmung letzten Freitag war fröhlich und ausgelassen und mit 800 Besucherinnen die in und um den Hagenbusch feierten, bestens besucht. Dennoch hängt die Organisation an wenigen Leuten die ihr bestes, freiwilliges und kostenloses Engagement geben, um solche Veranstaltungen zu rocken. Honoriert bleibt solch ein ehrenamtliches Engagement für Jugendliche jedoch selten. Während viele Menschen in unserer Stadt für ihre Anstrengungen im ehrenamtlichen Bereich zurecht ausgezeichnet und von vielen Seiten unterstützt werden, bleibt für Jugendarbeit meist nur wenig übrig. Veranstalter werden alleine gelassen und die Presse berichtet oft gar nicht erst, wie dieses Jahr über Veranstaltungen wie Ska in den Mai. Ich möchte mich an dieser Stelle bei den Veranstaltern, den Bands und den Besucherinnen für die letzten fünf Jahre bedanken. Es bleibt zu wünschen, dass zukünftige erfolgreiche Projekte nicht scheitern, würde doch ein wenig „Unter-die-Arme-packen“ von allen Seiten es möglich machen, Erfolgsgeschichten auch in Marl nicht an vergleichsweise kleinen Hürden scheitern zu lassen.

Max Malkus
Ratsherr und Mitglied im Kulturausschuss

 

Valides XHTML & CSS. Realisiert mit Wordpress und dem Blum-O-Matic -Theme von kre8tiv.
52 Datenbankanfragen in 0,801 Sekunden · Anmelden