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Jugendpolitik
03Dez

Max Malkus: Stellungnahme Bebauung HoT Hagenbusch

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Bebauungspläne können genau auf zwei Arten verabschiedet werden, entweder die Vorlagen der Verwaltung werden

einstimmig durchgewunken, weil sie der Stadtentwicklung förderlich sind und wohl im allgemeinen Interesse liegen, oder es gibt wochenlange Diskussionen weil sich hinter dem Bebauungsplan eine versteckte politische Absicht verbirgt die sich dem geneigten Leser erst bei genauerem Hinschauen eröffnet.
Spannend wird es dann, wenn eine politische Absicht erkennbar ist, sich aber alle Beteiligten Fragen müssten woher der Wind weht.  Ein Fall ist die 3. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 56 der Stadt Marl gemäß §13a Baugesetzbuch (BauGB) für den Bereich östlich der Rappaportstraße und nördlich der Bergstraße der am kommenden Dienstag im Bauausschuss und später im Rat beschlossen werden soll.

Das kleine Wäldchen an der Herzlia-Allee steht kommen Dienstag auf der Agenda des Bauausschusses. Der Vorschlag der Verwaltung lautet, dass als Wohngebiet gekennzeichnete Wäldchen in ein sog. Mischgebiet umzudeklarieren und es so einer (auch-) gewerblichen Nutzung zuzuführen. Man darf davon ausgehen, dass es bereits Investoren gibt, die die günstige Lage nutzen wollen um dort ihr Gewerbe anzusiedeln.
Sicherlich ist das Wäldchen kein Naherholungsgebiet in welchem sich am Wochenende Marler Familien zum Picknicken treffen, dennoch gibt es viele Faktoren, die das Wäldchen aus städtischer Sicht mehr als ungeeignet erscheinen lassen müssten, dort ein faktisches Gewerbegebiet zu errichten. Zwar bergen die Anmerkungen der RAG, dass es auf dem Gebiet in der Vergangenheit zu „bergbaulichen Entwicklungen“ gekommen sei und der Mitteilung der Telekom, dass auf dem Telefonversorgungskabel lügen keine statthaften Einwände gegen ein Bauvorhaben, sondern lediglich Faktoren, die dieses finanziell belasten. Doch dürften die Einwände des Kreises, des Landschaftsbeirates und der IHK schwerer ins Gewicht fallen und vor allem den Stadtplanern* zu denken geben. So machen der Landschaftsbeirat und Kreis zu recht darauf aufmerksam, dass das kleine Wäldchen zum einen „erhaltenswerten Baumbestand“ beherbergt, der in erster Linie für die umliegenden Anwohner einen wichtige Klimafunktion berge. Alleine deshalb kann, wie es die Vorlage des Bebauungsplanes auch vorsieht eine etwaige Bebauung nur unter Rücksichtsnahme der natürlichen Gegebenheiten stattfinden. Zudem werden die Planer dieses Vorhabens darauf aufmerksam gemacht, dass eine etwaige Ansiedlungen von Gewerbe für die Anwohner beträchtlichen Lärm mit sich brächte. Die Diskussionen der Vergangenheit, insbesondere um das nahegelegenen HoT Hagenbusch zeigen, dass für viele Anwohner bereits der normale Publikumsverkehr eines Jugendzentrums bezogen auf den Geräuschpegel zu Belastungen führt, denen sie sich ohne stattgefundene Anpassungen lärmschutztechnischer Art nicht aussetzen könnten. Das daneben auch das Jugendzentrum selbst u.a. als Sitz mehrer Pfadfindergruppen von der Nähe zur Natur lebt und auch wegen dem direkt anliegenden Rückzugsort des Wäldchens von vielen Jugendlichen besucht wird, das dabei immer auch noch mit einem Auge der Jugendarbeiter mitbetreut wird und eine pädagogisch vernünftigere Alternative als eine dunkele Nebenstraße birgt, darf bei der zu erwartenden Diskussion ebenfalls nicht vergessen werden. Ebenso muss der wirtschaftliche Aspekt den Stadtplanern zu denken geben. In unmittelbarer Nähe zum Wäldchen befindet sich das Herzlia-Center, ein wenig weiter der Marler Stern. Man wird sich mit Recht fragen dürfen, welchen Sinn Bemühungen zur Belebung der Stadtmitte, insbesondere des Marler Sterns haben, wenn dennoch in unmittelbarer Nähe weiter Gewerbeflächen ausgewiesen werden die dann in direkter Konkurenz zum Marler Stern treten. Die Industrie und Handelskammer  hat hinsichtlich dieser Pläne der Stadt „erheblichen Bedenken“ geäußert und spricht von Planungen die „gestoppt werden müssen“.
Die Änderung des Bebauungsplanes ist weder im Sinne der Anwohner und der anliegenden Einrichtungen und dient ebenso wenig Interessen der Stadt. Mit Blick auf den Marler Stern ließe sich sagen, dass eine solche Bebauung schädlich für die Stadt und nahezu alle Beteiligten wäre. Entsprechend werden wir uns im Bauausschuss und im Rat gegen die Zustimmung zur Änderung des Bebauungsplanes verhalten.

Hier können die benannten Schreiben, ebenso wie die Sitzungsvorlage eingesehen werden:download
Für Rückfragen stehe ich Ihnen unter +49xxxxxxx  gerne zur Verfügung.

* Auf die weibliche Sprachform wurde im Text aus Gründen der Lesbarkeit verzichtet.

 

25Nov

Jugend & Politik Was Jugendliche wollen

Jugend & Politik Was Jugendliche wollen

Marl, 25.11.2010, Gert Eiben

Das Marler Jugendforum mischt sich in die Jugendpolitik ein und will sie mitgestalten. Foto: Lutz von Staegmann / WAZ-FotoPool

Das Marler Jugendforum mischt sich in die Jugendpolitik ein und will sie mitgestalten. Foto: Lutz von Staegmann / WAZ-FotoPool

Marl. Die Ankündigung war völlig daneben: Das „Dinner“ bestand aus Pizza und Wasser. Dem „Speed Dating“ fehlte jeder Hauch von Geschwindigkeit. Und doch passte alles am Mittwochabend zusammen.

Die vierten Kontaktgespräche zwischen Jugend und Politik/Verwaltung brachten allen Seiten neue Erkenntnisse: „JuFo’s Dinner“ ist der unkonventionelle Weg, jungen Leuten einen möglichst direkten Zugang zu Politik und Entscheidern zu verschaffen. Und umgekehrt. Wenn die jungen Leute ins Rathaus kommen und im Ausschuss berichten, dann läuft das im formalen Rahmen ab. Wenn die Politiker zu den Jugendlichen kommen, dann gelten andere Regeln. Diesmal mussten die Gäste in der Aula der Willy-Brandt-Gesamtschule erst gemeinsame Geschicklichkeit beweisen, dann wechselten mehrfach die Gesprächsrunden. Dieses „Speed Dating“ hakte allerdings: Der Informationsbedarf auf beiden Seiten konnte einfach nicht in zehn Minuten befriedigt werden. Man hatte sich viel zu sagen.

Es regnet durchs Dach der Turnhalle, es gibt keinen Fahrradwächter mehr, es fehlen Unterhaltungsmöglichkeiten und Räume für Band-Auftritte, es fehlt Schul-Material, ein Kino wäre schön. Viele Wünsche sind bekannt, doch meist kennen die Schüler nicht die Antworten.

Fragestunden nutzen

Umgekehrt warb Bürgermeister Werner Arndt (SPD) für ein Engagement der Jugendlichen bei der 75-Jahr-Feier der Stadt. Politiker hakten nach, ob die Schüler auch selber Hand anlegen würden für Verschönerungen. Oder sie drängten heftig, sie sollten sich doch einmischen und beispielsweise die Einwohner-Fragestunde im Rat und in den Ausschüssen nutzen.

Das Zusammentreffen von Nachwuchs und Politik-Profis eröffnete manch überraschende Perspektiven: Auf dem Freizeitgelände in Brassert ist eine Kunstrasenfläche frei – da könnte man was machen. Bei der anstehenden Sanierung des Jugendzentrums Hagenbusch wollen Schüler im Detail mitreden und selber Hand anlegen. Dass es noch immer durch das Turnhallendach der Willy-Brandt-Gesamtschule tropft, war der Schuldezernentin unbekannt (sofortiger Handlungsbedarf). Die Gründung eines Fördervereins kann manches Problem lösen, weil es Fördertöpfe gibt. Eine Fahrradbewachung ist möglich über das Projekt „Bürgerarbeit“ – aber erst im Mai/Juni des kommenden Jahres; bis dahin will man über Zwischenlösungen nachdenken.

All das waren nicht etwa unverbindliche Unterhaltungen. An jedem Tisch saßen zwei Protokollführer, das Ergebnis des Treffens wird schriftlich festgehalten, die Beteiligten verpflichten sich, sich um die Umsetzung zu kümmern. Das Jugendforum kann übrigens auch die Startrampe für eine politische Karriere sein: Brian Nickholz sitzt für die SPD im Rat und ist Sprecher im Sozialausschuss. Max Malkus ist für Bündnis 90/Grüne im Rat und deren Fraktionsvorsitzender.

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/marl/Was-Jugendliche-wollen-id3984665.html

 

18Sep

Thema im Rat: Wird das HoT Hülsberg verkauft?

MARL. Die Zukunft des HoT Hülsberg ist am Donnerstag Thema im Rat.

Skater sind am HoT Hülsberg zu Hause

Nach dem MZ-Bericht über das HoT Hülsberg wollen die Bündnisgrünen Näheres über die Zukunft der städtischen Jugendzentren wissen. Ratsherr Max Malkus fragt zur nächsten Ratssitzung, ob es Planungen gibt, das Gebäude des HoT Hülsberg zu veräußern.

Sanierungsbedarf

Wie die MZ berichtete, wird bisher nur hinter verschlossenen Türen über einen Umzug des HoT Hülsberg ins geplante Jugendkulturzentrum an der Martin-Luther-King-Schule diskutiert. Nach Einschätzung der Verwaltung muss der 100 Jahre alte Bau an der Hülsbergstraße saniert werden.

von: http://www.marler-zeitung.de/lokales/marl/Wird-das-HoT-Huelsberg-verkauft-;art996,287187

 

06Sep

Anfrage: Zukunftsplanung Jugendeinrichtungen

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Die Stadt Marl steht vor der gewaltigen Aufgabe, in den kommenden Jahren mehrere Millionen Euro, in einem bereits seit 1991 nicht mehr ausgeglichenem Haushalt einzusparen. Hierbei wird betont, dass an die Substanz, die Marl in all seinen Facetten ausmacht nicht gegangen werden soll. Ziel muss es sein, dass die Stadt, so weit wie möglich lebenswert und attraktiv bleibt und sich nicht so ausverkauft, dass am Ende nichts von dem übrig bleibt was eine Stadt ausmacht. Ein oft unterschätzter Punkt in der nachhaltigen Entwicklung der Stadt, für eine positive demografische Entwicklung sind Jugendeinrichtungen die ein nicht-kommerzielles Angebot schaffen und Jugendliche, auch mit geringen Einkommen eine Möglichkeit bieten ihre Freizeit dort zu verbringen. Auf dem Papier sind diese als „freiwillige Ausgaben“ der Stadt deklarierte Kosten, gerade für die Gebäude der Jugendzentren vergleichsweise hoch. Vergessen werden in solchen Rechnungen die für das soziale Gefüge negative Spätfolgen und der Verlust der Lebensqualität, der sich auch in höheren Kosten für Sozialarbeit und Bildungsangebote wiederspiegelt, wenngleich hier andere Töpfe greifen aus denen diese Kosten dann bezahlt werden müssten. Wir möchten daher wissen, ob die Verwaltung plant bei der von der Stadt eingerichteten Jugendarbeit, gerade bei den offenen Häusern zu sparen und wie die aktuellen Planungen aussehen.

In diesem Zusammenhang bitten wir um Beantwortung folgender Frage:

1. Gibt es Planugen der Verwaltung das Haus der offenen Tür Hülsberg zu

schließen und das Gebäude zu veräußern. Mit welchem Erlös kalkuliert die

Verwaltung? Bis wann soll das Gebäude aufgegeben werden?

2. Welche Planung gibt es in der Verwaltung für die Jugendzentren HoT

Hagenbusch und den Jugendtreff Sinsen und wie gestalten diese sich?

3. Gibt es Planungen die von der Stadt eingesetzten Streetworker Stellen in

irgendeiner Form zu kürzen?

Wir bitten um eine schriftliche Beantwortung der Fragen.

Für die Fraktion

Max Malkus
(stellv. Fraktionsvorsitzender)

 

04Mai

Leserbrief Max Malkus: Jugendkultur über alles

Ska in den Mai ist wohl jedem Jugendlichen in Marl ein Begriff. In den letzten fünf Jahren war für immer 500 bis 800 junge Marler der 30. April fest eingezeichnet im Kalender. Ska in Mai war ein friedliches und sowohl musikalisch als auch organisatorisch hervorragendes Event, das Ska-Fans aus der ganzen Republik von Leipzig bis Nürnberg anzog und auch seine Fans aus den Niederlanden hatte. Die Karten waren oft schon Tage vor dem eigentlichen Konzert ausverkauft. Ska, dessen Ursprung in Jamaica liegt und mittlerweile als Tanzmusik mit vielen verschiedene Facetten gilt, war ein Verbindungspol zwischen vielen Generationen, die am Hagenbusch zusammen ohne Alkoholexzesse und Gewalt friedlich zusammen feierten. Und doch hat die „Erfolgsgeschichte Ska in den Mai“ einen für Marl ach so typischen Beigeschmack. Diese herausragende Arbeit und Bereicherung für die Jugend- und Soziokultur fand in diesem Jahr zum letzten Mal statt. Und damit findet die größte nicht kommerzielle Konzertreihe in Marl ein trauriges Ende. Aber warum? Die Stimmung letzten Freitag war fröhlich und ausgelassen und mit 800 Besucherinnen die in und um den Hagenbusch feierten, bestens besucht. Dennoch hängt die Organisation an wenigen Leuten die ihr bestes, freiwilliges und kostenloses Engagement geben, um solche Veranstaltungen zu rocken. Honoriert bleibt solch ein ehrenamtliches Engagement für Jugendliche jedoch selten. Während viele Menschen in unserer Stadt für ihre Anstrengungen im ehrenamtlichen Bereich zurecht ausgezeichnet und von vielen Seiten unterstützt werden, bleibt für Jugendarbeit meist nur wenig übrig. Veranstalter werden alleine gelassen und die Presse berichtet oft gar nicht erst, wie dieses Jahr über Veranstaltungen wie Ska in den Mai. Ich möchte mich an dieser Stelle bei den Veranstaltern, den Bands und den Besucherinnen für die letzten fünf Jahre bedanken. Es bleibt zu wünschen, dass zukünftige erfolgreiche Projekte nicht scheitern, würde doch ein wenig „Unter-die-Arme-packen“ von allen Seiten es möglich machen, Erfolgsgeschichten auch in Marl nicht an vergleichsweise kleinen Hürden scheitern zu lassen.

Max Malkus
Ratsherr und Mitglied im Kulturausschuss

 

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