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Leserbrief
28Mrz

Offener Brief an den Vorsitzenden des Ausschusses für Kultur und Weiterbildung

Sehr geehrter Herr Wenzel,

„Peter der Kümmerer“ wurden Sie während Ihrer Zeit als Vorsitzender des Ausschusses für Kinder- Jugend und Familie getauft. Es war Ihr verdienst, dass der Ausschuss, der sich politischen mit dem Wohl der Kinder und Jugendlichen in Marl auseinander setzte nicht nur pünktlich begann, sondern eben auch um Punkt 18 Uhr beendet wurde.
Heute Frage ich mich wo diese, Ihre Disziplin geblieben ist.
Sicherlich, es kommt dem Wohl der Stadt zu Gute, dass Sie die Tagesordnungspunkte nun abschließen lassen, bevor Sie die Sitzung beenden. Doch scheint es mir ebenso wichtig, dass Sitzungen überhaupt stattfinden.
Ich weiß, Sie geben sich die größte Mühe es allen Recht zu machen. Abweichend vom festen Sitzungsrhytmus lassen Sie den Ausschuss mal in der Scharounschule um 15 Uhr oder um 18 Uhr im Glaskasten tagen, nachdem Sie selbstverständlich eine halbe Woche vorher die regulären Termine aufgehoben oder eben verschoben haben. Ihre Organisation, die vom Schema aller anderen Ausschüsse in Marl (beginn 16 Uhr in der Ratsstube) abweicht, stellt jedenfalls sicher, dass immer irgendjemand kann.
Sicher ist jedenfalls, dass Sie können. Nun liegt es aber in der Natur der Sache, dass es nur einen Vorsitzenden geben kann und dementsprechend auch nur einen „Bestimmer“ der Ort und Zeit der Sitzungen festsetzt. Auch Sie lassen den Ausschuss mal eine halbe Stunde warten oder ganz ausfallen, wenn es Schwierigkeiten gibt Sitzung und Privates oder Berufliches zu vereinen. Auch ein einfaches Ratsmitglied wird mal an einem, sei es regulären oder an einem von Ihnen festgesetzten Termin aus verschiedenen, in der Regel gut abgewägten Gründen, verhindert sein. Eben dieses geschieht besonders häufig in derKommunalpolitik, die es den ehrenamtlich Aktiven nicht immer erlaubt sich von anderen Verpflichtungen frei zu machen. Sie als Vorsitzender, der Sie Ihre Erfahrungen in 5 Jahre Vorsitz im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie sammeln durften, sollten doch nun nach fast 7 Jahren wissen, wie Ausschussitzungen organisiert werden sollten. Sie sollten wissen, dass eine Absprache mit der Verwaltung äußerst hilfreich sein kann um festzustellen ob eine beschlussfähige Sitzung abzusehen ist oder es einer Organisation bedarf. Sie sollten wissen, dass man im Notfall nicht nur im Gespräch mit den Fraktionen kurzfristig die Anzahl der Sachkundigen Bürgerinnen reduzieren kann um eine beschlussfähige Sitzung stattfinden zu lassen, sie sollten ebenso wissen, dass sich alle Fraktionen bereit erklärt haben, für den Fall, dass eine Beschlussunfähigkeit droht, Ratsmitglieder zu entsenden. Zum Titel des Kümmerers gehört es zumindest, die Mitglieder des Ausschusses über eine drohende Beschlussunfähigkeit zu informieren, sei es auch nur, damit sich Andere kümmern.

Mit freundlichen Grüßen
Max Malkus
Mitglied im Ausschuss für Kultur und Weiterbildung

 

10Jun

Leserbrief Patrick Raute: Antwort an Herrn Heinz-Gerd Salizes Leserbrief zu „Junge Muslime – je gläubiger desto machohafter“

Patrick Raute  (Sachkundiger Bürger der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen)

Betr.: Antwort an Herrn Heinz-Gerd Salizes Leserbrief zu „Junge Muslime – je gläubiger desto machohafter“

Sehr geehrter Herr Salize,

die Frage nach Verblendung kam mir bei ihrem Leserbrief auch direkt in den Sinn, nur brachte ich es eher mit Ihnen in Verbindung, als mit dem Islam.

Mit Erschrecken habe ich von Ihrem mitgeteilten Menschenbild aller Angehörigen des Islams gelesen. Sofern Sie die Gläubigen überhaupt noch als Menschen ansehen.

Es wird an fast jeder Stelle deutlich, dass Sie sich anscheinend noch nie ernsthaft mit dem Islam auseinandergesetzt haben, oder gar in Kontakt mit Angehörigen getreten sind.

Mit Stammtischparolen wie „jeder Muslim, der in der heutigen Zeit den Koran auslebt, kann nicht anders handeln“ versuchen Sie ein Bild vom Islam zu erfinden, was nicht haltbar ist. Konnten also Muslime früher den Koran sittengemäß für Sie ausleben und heutzutage nicht mehr?

Zudem erinnert mich ihre Forderung nach „einer raschen Aburteilung solcher Täter – und dann nix wie raus aus diesem Land“ par Excellance an das Feindbild Islam, das von Rechtspopulisten, wie proNRW zuletzt auf vielen Plakaten im Umkreis propagiert wurde.

Ist die Zahl der registrierten, politisch motivierten Straftaten nicht auch gestiegen? Um genau zu sein um 6,7%. Ein ähnlicher Wert wie der von „nichtdeutschen“.

Der Hang zur Gewalt in unserer Gesellschaft, insbesondere von Jugendlichen generell, nimmt zu. Doch die Ursachen dafür sind vielschichtiger, als dafür einzig die Religion verantwortlich zu machen.

Vielmehr ist heute die Perspektivlosigkeit ein wichtiger Ausschlagpunkt. Man kann das Bild von heutigen Standart, den Konzerne wie „MediaMarkt“ oder „Saturn“ ausrufen, nicht mehr mehr mitgehen, weil man sich nicht den neusten Fernseher leisten kann, obwohl man doch solche Artikel als Statussymbol aufgetischt bekommt. Und wenn man dann merkt, dass man nicht mehr in die Welt passt, ist es egal auf welchen Zug man springt.

Eine Sache aber, Herr Salize, die habe ich Ihnen direkt geglaubt. Anhand der letzten Leserbriefe von Ihnen kann man wirklich sagen, dass Sie sowas schon lange predigen. Möglicherweise auch schon 10 Jahre. Nur vielleicht sollten sie sich mal fragen, wer hier der wirkliche Hassprediger ist.

Mit freundlichen Grüßen,

ein „Gutmensch“

 

04Mai

Leserbrief Max Malkus: Jugendkultur über alles

Ska in den Mai ist wohl jedem Jugendlichen in Marl ein Begriff. In den letzten fünf Jahren war für immer 500 bis 800 junge Marler der 30. April fest eingezeichnet im Kalender. Ska in Mai war ein friedliches und sowohl musikalisch als auch organisatorisch hervorragendes Event, das Ska-Fans aus der ganzen Republik von Leipzig bis Nürnberg anzog und auch seine Fans aus den Niederlanden hatte. Die Karten waren oft schon Tage vor dem eigentlichen Konzert ausverkauft. Ska, dessen Ursprung in Jamaica liegt und mittlerweile als Tanzmusik mit vielen verschiedene Facetten gilt, war ein Verbindungspol zwischen vielen Generationen, die am Hagenbusch zusammen ohne Alkoholexzesse und Gewalt friedlich zusammen feierten. Und doch hat die „Erfolgsgeschichte Ska in den Mai“ einen für Marl ach so typischen Beigeschmack. Diese herausragende Arbeit und Bereicherung für die Jugend- und Soziokultur fand in diesem Jahr zum letzten Mal statt. Und damit findet die größte nicht kommerzielle Konzertreihe in Marl ein trauriges Ende. Aber warum? Die Stimmung letzten Freitag war fröhlich und ausgelassen und mit 800 Besucherinnen die in und um den Hagenbusch feierten, bestens besucht. Dennoch hängt die Organisation an wenigen Leuten die ihr bestes, freiwilliges und kostenloses Engagement geben, um solche Veranstaltungen zu rocken. Honoriert bleibt solch ein ehrenamtliches Engagement für Jugendliche jedoch selten. Während viele Menschen in unserer Stadt für ihre Anstrengungen im ehrenamtlichen Bereich zurecht ausgezeichnet und von vielen Seiten unterstützt werden, bleibt für Jugendarbeit meist nur wenig übrig. Veranstalter werden alleine gelassen und die Presse berichtet oft gar nicht erst, wie dieses Jahr über Veranstaltungen wie Ska in den Mai. Ich möchte mich an dieser Stelle bei den Veranstaltern, den Bands und den Besucherinnen für die letzten fünf Jahre bedanken. Es bleibt zu wünschen, dass zukünftige erfolgreiche Projekte nicht scheitern, würde doch ein wenig „Unter-die-Arme-packen“ von allen Seiten es möglich machen, Erfolgsgeschichten auch in Marl nicht an vergleichsweise kleinen Hürden scheitern zu lassen.

Max Malkus
Ratsherr und Mitglied im Kulturausschuss

 

20Apr

Leserbrief Heidi Malkus: Vor Landtagswahl Druck nach Oben erhöhen

Exemplarisch ist der Zwiespalt der zwei großen Parteien in Marl vor allem dort, wo jetzt die Euro von Bund und Land eingefroren oder nicht mehr gezahlt werden.

Die SPD-Fraktion hatte also eine Sondersitzung einberufen lassen.

Mit welchem Zweck?

Dass bei „Erfrierung“ ein Mammut-Vortrag des Kreischefs der Argen auch nicht viel hilft, kann man sich ja vorstellen.

Dass die alternativen Beschäftigungsbetreiber wie werkstattbrassert und alte Schmiede, rebeq ihr Allermöglichstes schon getan haben, wußten wir auch schon aus der Marler Presse.

Dass dieses „Einfrieren“ der Gelder bevorstand, sollten doch alle Politiker eigentlich gewußt haben.

Politisches Handeln: Die Fürsprecherin der CDU fand es ja auch nicht so wichtig, ob die beschäftigten Leistungsbedürftigen in den Alternativprojekten wohl oder nicht die € 1,10 erhalten, denn zumeist arbeiteten diese ja eh nur 4 Stunden und € 4,40 könnte ja wohl nicht so viel ausmachen. Ihr Politisches Handeln könnte also auch so ausgedrückt werden: NEHMEN von den Ärmsten der ARMEN. € 4,40 ist für eine vierköpfige Hartz IV Familie in diesen Tagen das Eis extra, dass die Kinder sonst nicht bekämen.

Nach den Schmerzensaufschreien der kleineren Parteien, hatte dann die Fürsprecherin der SPD die großartige Idee, jetzt sofort die Börsen der Ausschussmitglieder zu kehren und zu sammeln. So dass die Leistungsbedürftigten wohl noch eine Woche weiter im „unland“ graben könnten. AlmosenGeben stammen aus dem Mittelalter und implizieren in unserem Kulturkreis auch immer eine Belohnung für die eigenen guten Taten irgendwanneinmal.

Bei der Behandlung der Leitungsbedürftigen und Beschäftigungsteilnehmer ist die conditio sine qua non doch wohl die, dass es feste Strukturen, transparente Verabredungen und vor allem die Gelder, die die Regierung eines Staates – die BRD ist einer der reichsten der Welt – für diese Strukturen planbar zur Verfügung stellt.

Als überschuldete Kommune jetzt noch Handeln zu wollen, ist mir unverständlich und kann von niemandem weggeredetgeredetgeredetgeredetgeredet werden.

Die ARGE sollten endlich mal realistischer werden: auch das fünfte Bewerbungstraining bringt’s nicht, wenn es im Kreis keine Arbeitsstellen gibt, ebenso wie Jugendliche „hartzen“, weil sie keine Ausbildungsstellen bekommen. Über den Umgang der ARGEN mit Menschen mit Migrationshintergrund, sag’ ich an dieser Stelle kein Wort, denn über diese Menschen wird nirgends ein Wort verloren…

Auch sollte die ARGE nicht verpassen, jetzt schon ihr Berufstraining auf Überlebentraining umzustellen: Denn es kommen härtere Tage.

Werkstatt Brassert und alte Schmiede leisten unverzichtbar gute Arbeit für Marl, aber es kann nicht so sein, dass in einem Land wie Deutschland, diese Arbeit letztlich durch Hartz IV Bedürftige zum null Tarif gemacht wird. Für richtige Arbeit müssen auch richtige Löhne gezahlt werden, und dass nun selbst die „1 € Jobber“ zu 0 € Jobber runtergekürzt werden, scheint auf den ersten Blick nicht mehr als ein verspäteter Aprilscherz zu sein, wenn man die Wahrheit nicht kennen würde.

Das Ruder liegt aber nicht mehr bei uns, und so können wir von verantwortungsvollen Komunalpolitikern erwarten, auch vor der Landtagswahl, den Druck auf die oberen politischen Zirkel ihrer Parteien, mit Namen CDU und FDP , zu erhöhen.
Denn am 9. Mai ist eben nicht alles vorbei!

Heidi Malkus
Sozialpolitische Sprecherin
Bündnis 90/ Die Grünen im Rat der Stadt Marl

 

22Jan

Leserbrief Jan Lindmeyer: Von welchem Geld sollen die Putzmittel angeschafft werden?


Stellungnahme von Jan Lindmeyer, Sachkundiger Bürger, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, zu den Leserbriefen zum Zustand des Röttgershofs.

In einigen Leserbriefen der Marler Zeitung zur Schließung des Röttgershofs wurde bemängelt, dass die Bewohner nicht genügend Eigeninitiative hinsichtlich der Sauberkeit der Anlage übernehmen würden. Vielleicht vergisst der eine oder andere dabei, dass Asylbewerber in ihrem Heimatland verfolgt wurden und viele schreckliche Dinge erlebt haben.

Viele Dinge, die wir uns in Deutschland weder vorstellen können noch möchten. Somit leiden viele der Bewohner unter psychischen Belastungen aufgrund der traumatischen Ereignisse in ihrem Heimatland.
Nun die hygienischen Zustände diesen Personen anzulasten, erscheint mir dreist und polemisch. Vor allem da einem Asylbewerber in Deutschland in den ersten Jahren keine 225 Euro zustehen – weniger als 63 Prozent des Hartz IV-Regelsatzes. Grundlage ist ein Gesetz, welches 1993 verabschiedet wurde. Die damaligen D-Mark-Sätze wurden bis heute nicht angepasst.
Der Großteil der Leistung darf nur bargeldlos, wie durch Gutscheine, zugeteilt werden. In Anbetracht der Tatsachen, dass lediglich 80 DM (40,90 Euro) monatlich in bar ausgezahlt werden dürfen(!), anfangs ein Arbeitsverbot besteht und auch später Arbeitsgenehmigungen eine große Ausnahme darstellen, stellt sich schon die praktische Frage, von welchen Mitteln die nötigen Putzmittel angeschafft werden sollen! Ich hoffe, dass wir in einem zivilisierten Land leben und diesen Menschen zumindest einen würdigen Lebensraum bereitstellen können – wenn wir ihnen schon nicht die Möglichkeit geben, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

 

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