Weiter zum Inhalt
öffentlicher Bücherschrank
26Jun

Eine Wand aus Büchern

23Jun

Weniger Entleihungen bei der Stadbücherei Marl

Marl, 23.06.2010, Gert Eiben

Marl. Rund 23 Prozent mehr neue Nutzer für die Stadtbücherei, aber 12 Prozent weniger Ausleihen. Zwei Eckdaten für das Jahr 2009, die Bücherei-Chef Klaus Philipp als normale Schwankung interpretierte.

Doch unterm Strich war der Kulturausschuss nicht rundum zufrieden mit der Entwicklung der Bibliothek. 4162 aktive Nutzer stehen in der Statistik. 43 Prozent der fast 12 000 angemeldeten Benutzer sind unter 18 Jahre. Die Entleihungen sanken von fast 266 000 auf rund 234 000. 75 500 Printmedien und 15 200 Non-Book-Medien stehen bereit. Genau 36 225 Euro nahm die Bibliothek durch Entleihungen ein.

In diesem Jahr, so lässt sich schon voraussagen, werden die Zahlen schlechter aussehen. Das hängt damit zusammen, dass wegen der Umbauarbeiten die Jugendbibliothek Türmchen einige Wochen geschlossen war.

Man könne noch mehr aus der Bibliothek machen, mahnte Ingrid Heinen (SPD) im Kulturausschuss an: Öffnungszeiten, verkaufsoffene Sonntage und der Einsatz von Nicht-Fachleuten seien noch nicht ausgereizt. „Wir müssen noch mehr auf die Bevölkerung zugehen.“

Alles schon ausprobiert, erklärte Klaus Philipp. Weil man bei der EDV den Service „dramatisch“ verbessert habe, werde allerdings Fachpersonal gebraucht. Die Sonntags-Ausleihe sei kein Erfolg gewesen, die Menschen wollten eben nur einkaufen. Und die Ausdehnung der Öffnungszeiten habe lediglich zu einer „außerordentlich überschaubaren“ Besucherzahl geführt. Die Lesungen in der Bücherei litten unter nachlassendem Interesse.

Kreativität gewünscht

Dem Ausschussvorsitzenden Peter Wenzel gefielen die Erklärungen nicht: „Ich wünsche mir Kreativität und nicht den Hinweis darauf, dass es früher auch nicht geklappt hat.“ Jetzt droht der Bücherei sogar „Konkurrenz“. Die Bündnis-Grünen stellten im Ausschuss den Antrag, die Stadtverwaltung möge doch die Aufstellung eines „öffentlichen Bücherschrankes“ prüfen. Das ist ein Schrank, aus dem man Bücher nehmen oder in den man Bücher stellen kann. Wer will, kann sie behalten, andere können neue hineinstellen. Münster und Hannover hätten gute Erfahrungen gemacht, erklärte Max Malkus den Antrag.

Das könnte eine Attraktivitätssteigerung sein, stimmte die SPD grundsätzlich der Idee zu. Die CDU regte an, einen Koordinator für einen Bücherschrank zu suchen, die Stadt solle das nicht übernehmen.

Johannes Westermann (Wählergemeinschaft Grüne) hielt dagegen, man könne schon an vielen Stellen für 20 Cent Bücher ausleihen: Eine-Welt-Laden, Kirchen, Werkstatt Brassert. Die „Bücherschrank“-Idee gebe es also schon in Marl. Jetzt soll die Verwaltung prüfen: Kann man die Idee umsetzen, gibt es Paten? Oder ist das Konzept überhaupt nicht neu?

 

10Jun

Antrag zur Aufstellung eines öffentlichen Bücherschrankes

als PDF runterladen
Der öffentliche Bücherschrank ist ein Schrank, der so umgebaut wird, dass man in ihn hineinschauen, und Bücher hineinstellen und herausnehmen kann. Jeder Bürger hat die Möglichkeit diesen Schrank aufzusuchen und sich Bücher auszuleihen und zu lesen. Wenn die Bücher ihnen besonders gefallen, können sie sie behalten, ansonsten bringen sie sie wieder zurück in den Bücherschrank. Außerdem können sie jederzeit alte, schon gelesene oder ausgediente Bücher hineinstellen und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. So erneuert und erweitert sich das Angebot des Bücherschrankes immer wieder von selbst, kann von den Marler Bürgern selbst gestaltet werden, und bleibt immer aktuell und reizvoll für die Selbigen.

Aus sehr vielen Städten hört man positive Resonanzen über die öffentlichen Bücherschränke. Sie bekommen jede Menge Zulauf, sind Thema in der Öffentlichkeit, bieten Treffpunkte für Literaturverliebte und solche, die es werden wollen und heben das Ansehen der Stadt, in der sie vorhanden sind. Die Bürger dieser Städte sind sehr dankbar und zeigen dies mit dem nötigen Respekt und dem Gebrauch der öffentlichen Bücherschränke.

Wir schlagen daher eine Aufstellung eines oder mehrere solcher Schränke im Stadtgebiet vor, um den Lesehunger der Literaturverliebten zu stillen und ein neues Gefühl von „Abenteuer lesen“ für jung und alt zu bieten und neue begeisterte Leser gewinnen. Der wünschenswerte Effekt ist außerdem mit denkbar einfachen Mitteln zu erreichen. Desweiteren könnte die Herstellung des Bücherschranks zum Beispiel in Zusammenarbeit mit den städtischen Beschäftigungsinitiativen oder in Kooperationen mit Schulen in Projekttagen nicht nur kostengünstig hergestellt werden, sondern auch gleichzeitig eine Verantwortung für Literatur schaffen.

In diesem Zusammenhang stellen wir folgenden Antrag:

Die Verwaltung wird mit der Ausarbeitung eines Konzeptes zur Aufstellung öffentlicher Bücherschränke unter Berücksichtigung dieses Antrages betraut und legt dem Ausschuss in einer der kommenden Sitzungen eine Vorschlagsliste mit Orten und Möglichkeiten derUmsetzung vor. Für die Fraktion

Max Malkus  (stellv. Fraktionsvorsitzender)
Karsten Burgula(Sachkundiger Bürger)


Valides XHTML & CSS. Realisiert mit Wordpress und dem Blum-O-Matic -Theme von kre8tiv.
50 Datenbankanfragen in 0,762 Sekunden · Anmelden