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Rötgershof
22Jan

Leserbrief Jan Lindmeyer: Von welchem Geld sollen die Putzmittel angeschafft werden?


Stellungnahme von Jan Lindmeyer, Sachkundiger Bürger, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, zu den Leserbriefen zum Zustand des Röttgershofs.

In einigen Leserbriefen der Marler Zeitung zur Schließung des Röttgershofs wurde bemängelt, dass die Bewohner nicht genügend Eigeninitiative hinsichtlich der Sauberkeit der Anlage übernehmen würden. Vielleicht vergisst der eine oder andere dabei, dass Asylbewerber in ihrem Heimatland verfolgt wurden und viele schreckliche Dinge erlebt haben.

Viele Dinge, die wir uns in Deutschland weder vorstellen können noch möchten. Somit leiden viele der Bewohner unter psychischen Belastungen aufgrund der traumatischen Ereignisse in ihrem Heimatland.
Nun die hygienischen Zustände diesen Personen anzulasten, erscheint mir dreist und polemisch. Vor allem da einem Asylbewerber in Deutschland in den ersten Jahren keine 225 Euro zustehen – weniger als 63 Prozent des Hartz IV-Regelsatzes. Grundlage ist ein Gesetz, welches 1993 verabschiedet wurde. Die damaligen D-Mark-Sätze wurden bis heute nicht angepasst.
Der Großteil der Leistung darf nur bargeldlos, wie durch Gutscheine, zugeteilt werden. In Anbetracht der Tatsachen, dass lediglich 80 DM (40,90 Euro) monatlich in bar ausgezahlt werden dürfen(!), anfangs ein Arbeitsverbot besteht und auch später Arbeitsgenehmigungen eine große Ausnahme darstellen, stellt sich schon die praktische Frage, von welchen Mitteln die nötigen Putzmittel angeschafft werden sollen! Ich hoffe, dass wir in einem zivilisierten Land leben und diesen Menschen zumindest einen würdigen Lebensraum bereitstellen können – wenn wir ihnen schon nicht die Möglichkeit geben, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

 

20Jan

Röttgershof sofort schließen

Röttgershof sofort schließen

Von Klaus Wilker am 20. Januar 2010 09:00

MARL. Aufgerüttelt durch unseren Bericht „Ein Leben mit Kakerlaken und Gestank“ (Marler Zeitung vom 19. Januar) fordert die Ratsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen die sofortige Schließung der Asylbewerberunterkunft Röttgershof.

„Die Unterbringung von Menschen unter derart unwürdigen Umständen ist blamabel für die Stadt Marl. Welche Gründe auch immer für die Zustände verantwortlich sind, es darf keine Begründung sein, Menschen weiterhin dort wohnen zu lassen“, schreibt Fraktionsvorsitzender Siegfried Schönfeld in einem Ratsantrag [And. d. Red. Antrag eingereicht durch Max Malkus].Zugleich fordern die Bündnisgrünen, die im Röttgershof lebenden Menschen in normalen Wohnungen unterzubringen. Leer stehende städtische Wohnungen der neuma könnten dazu genutzt werden. Geprüft werden soll auch, ob sich eine Sanierung des Röttgershofs zur Unterbringung von Menschen lohnt. Ferner soll das Gesundheitsamt in regelmäßigen Abständen prüfen, ob in den neuen Unterkünften die Hygienevorschriften eingehalten werden. Der Rat soll über die Ergebnisse informiert werden. 

Außerdem fordern die Bündnisgrünen für die Menschen im Röttgershof eine psychologische Betreuung durch eine interkulturell geschulte Sozialfachkraft.

 

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