Bäume sollen in Marl bleiben! Verwaltung Antwortet auf unsere Fragen

Sachverhalt
Zu den in der Vorlage formulierten Fragen nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung:

Frage 1.: Gibt es Bemühungen der Stadt Marl Kompensationsangebote (landschaftsrechtliche
und forstrechtliche) in Marl zu schaffen?

Antwort: Die Stadt Marl beabsichtigt, zukünftige Kompensationsmaßnahmen (auch als
Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen bezeichnet) auf geeigneten Flächen auf Marler Stadtgebiet
umzusetzen. Dies soll zum einen über eine Bevorratung von Flächen erfolgen, die zu
gegebener Zeit im Zusammenhang mit einem zugeordneten Eingriff aufgewertete werden
(Flächenpool) und zum anderen über die Einrichtung eines Ökokontos, bei dem bereits im
Voraus eine Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahme realisiert wird.
Dadurch können:
– Verfahren beschleunigt und vereinfacht werden,
– aufeinander abgestimmte ökologische Aufwertungen erfolgen, die ein räumliches
Gesamtkonzept ergeben,
– klimatische Faktoren, wie Frischluftschneisen, berücksichtigt werden,
– Maßnahmen zur Stärkung der Biodiversität und des Artenschutzes bedacht werden.
Bereits Ende 2018 hat ein Auftaktgespräch mit der unteren Naturschutzbehörde des Kreises
Recklinghausen zu diesem Thema stattgefunden, die Einrichtung des Ökokontos und damit die
Umsetzung erster Kompensationsmaßnahmen soll 2019/2020 erfolgen.

Frage 2.: Wenn ja, wo wären diese Flächen denkbar und welche Voraussetzungen müssen
diese Flächen erfüllen?

Antwort: Die Flächenauswahl erfolgt zunächst unter Berücksichtigung der Eigentumsverhältnisse. Dabei
sind diejenigen Flächen zu bevorzugen, die in städtischem Besitz sind. Möglich sind ebenfalls
verpachtete Flächen mit kurzer Bindefrist. In letzterem Fall ist zusätzlich die bisherige Nutzung
zu beachten. Da es sich zumeist um landwirtschaftlich genutzte Flächen handelt, müssen immer
auch mögliche Interessenskonflikte abgewogen werden.
Die Auswahl der Flächen soll dabei jedoch nicht einer räumlichen Zufälligkeit unterworfen sein
sondern einem gesamträumlichen Konzept folgen, welches sich an der Landschaftsplanung
orientiert. Zu diesem Zweck existiert für den Kreis Recklinghausen ein
Freiraumentwicklungskonzept mit der Zielrichtung Kompensation und Ökopool, das ausdrücklich
den Kreis- bzw. den regionalen Maßstab im Visier hat. Die Umsetzung von Maßnahmen im
regionalen und überregionalen Zusammenhang stärkt auch den Synergieeffekt durch die
Vernetzung bestehender Biotope und Landschaftsstrukturen. Bisher erfolgte
Kompensationsmaßnahmen außerhalb des Marler Stadtgebietes kamen daher immer der
regionalen Betrachtungsebene zu Gute und damit letztlich auch der Stadt Marl.
Zukünftig sollen aber unter Beachtung des Freiraumentwicklungskonzepts landschaftsrechtliche
und forstrechtliche Ausgleichsmaßnahmen überwiegend auf Marler Stadtgebiet umgesetzt
werden. Ziel ist es u.a., verstärkt auf klimatische Veränderungen zu reagieren und zusätzlich zur
regionalen auch die kleinräume Vernetzung von Biotopen zur Stärkung der Biodiversität zu
gewährleisten.
Langfristig soll mit Hilfe des Ökokontos die nachhaltige und naturnahe Grüngestaltung des
Stadtgebiets unterstützt werden, die unter Beachtung des Freiraumentwicklungskonzeptes des
Kreises Recklinghausen auch die großmaßstäbliche Ebene berücksichtigt.

Frage 3.: Wenn nein, warum werden solche Flächen nicht angestrebt?

Antwort: Die Beantwortung entfällt aufgrund der oben stehenden Erläuterungen.

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