Den Verkehrsraum optimieren

In unserer Anfrage sollten folgende fünf Fragen zum Thema „Optimierung des öffentlichen Verkehrsraumes“ beantwortet werden:

1. Gibt es eine Liste der Ampelkreuzungen die perspektivisch zu Kreisverkehren umgebaut werden können/sollen? Wenn nicht, wird diese im Rahmen des Mobilitätskonzeptes noch erstellt?

Die Beschlussfassung des Mobilitätskonzeptes wird zu verschiedenen Themen Maßnahmenlisten erhalten wie z.B. zum Umbau von sog. freien oder unabhängigen Rechtsabbiegespuren aus Gründen der Verkehrssicherheit (36 im Stadtgebiet) oder Strecken mit aufzuhebenden Radwegebenutzungspflichten. Der Umfang an zu Kreisverkehrsplätzen umzubauenden Kreuzungen wird nicht so hoch sein, als dass hierfür eine konzeptionelle Erfassung und Priorisierung erforderlich sein wird.
Den aktuell bereits geplanten Schwerpunkt für neue Kreisverkehrsplätze bildet die Carl-Duisberg-Straße im Zug der Erschließung von gate.ruhr. Vorher wird jedoch im Rahmen der Umbaumaßnahme Römerstraße die Einmündung „Carl-Duisberg-Straße/Römerstraße (Am dicken Stein)“ in einen Kreisverkehrsplatz umgestaltet (Baustart im Herbst/Winter 2019).
Mittelfristig ist der Ersatz der Ampelkreuzung LZA 51 „Halterner Straße/Schulstraße/ Banhofstraße“ in Marl Sinsen und der Ersatz der Ampelkreuzung LZA 21 „Hervester Straße/Schillerstraße“ in Marl-Brassert durch Kreisverkehrsplätze vorgesehen. Auch ein Ersatz der fünfarmigen Ampelkreuzung LZA 13 „Hülsstraße/Ovelheider Weg/Otto-Hue- Straße“ in Hüls-Süd“ (am Freibad) durch einen Kreisverkehrsplatz ist denkbar.

2. Wie viele (und welche) Ampelanlagen werden in den Abend- und Nachtstunden abgeschaltet um Energie zu sparen bzw. den Verkehrsfluss zu verbessern?

Zurzeit werden 50 Ampelanlagen (= 65 % oder zwei Drittel) der 77 städtischen LZA nachts abgeschaltet. Davon sind 32 LZA reine Fußgängerbedarfsampeln, 5 LZA signalisierte T-Kreuzungen und 13 LZA vollwertige vierarmige Kreuzungen.
Als fachliche Vertiefung des Mobilitätskonzepts wird derzeit ein Parallelgutachten zur Situation der Signalanlagen und der Steuerungstechnik in Marl erstellt. Fragen zur Steuerungsnotwendigkeit in den Abend–und Nachtstunden sind Teil dieses Gutachtens. Mit ersten Ergebnissen ist im August 2019 zu rechnen. Darüber hinaus ist sich die Fachwelt jedoch darüber einig, dass eine Lichtzeichenanlage (LZA) in den Nachtstunden nicht abgeschaltet werden sollte, um Energie zu sparen. In Zeiten der stromsparenden LED-Technik ist eine derartige Einsparung ohnehin nur marginal möglich. Besser sind intelligente Programme (z.B. All-Rot-Schaltungen), die denjenigen Verkehrsteilnehmer sofort bedienen, der sich als erster der Ampel nähert. Somit kann die Verkehrssicherheit gewährleistet werden bei dennoch hohem Bedienungskomfort und Verkehrsfluss.

3. Gibt es Planungen auf Landes- und Bundesstraßen im Marler Stadtgebiet große Ampelkreuzungen durch Kreisverkehre zu ersetzen?

Nein, mit Ausnahme der LZA 51 an der Halterner Straße L 551 in Marl-Sinsen, siehe Punkt 1

4. Gibt es konkrete Planungen oder Überlegungen Straßen zurückzubauen um beispielsweise Radschnellwege, Busspuren oder großzügigere Grünstreifen zu realisieren?

Das Mobilitätskonzept wird generell den Umbau der vierspurigen innerstädtischen Straßen in Marl (Herzlia-Allee, Rappaportstraße, Willy-Brandt-Allee und Teile der Hervester Straße sowie der Begstraße) zu Zwecken wie den o.g. empfehlen und weiterführende Untersuchungen hierzu anregen. Die Herzlia-Allee spielt dabei wegen ihres Anschlusses an das geplante regionale Radschnellwege-Konzept eine besondere Rolle.
In den weiterführende Untersuchungen bietet es sich u.a. an, den Umbau der Kreuzung Hervester Straße/ Brassertstraße zu einem Kreisverkehrsplatz zu prüfen.

5. Können die Bürgerinnen und Bürger in Zukunft damit rechnen, dass Geh- und Radwege auch dann saniert werden, wenn weder die Fahrbahndecke für den motorisierten
Verkehr saniert wird oder Kanalbaumaßnahmen notwendig sind. Ist der Verwaltung bekannt, ob es dafür spezielle Förderprogramme gibt?

Zweimal Ja. Als erste Maßnahme soll die Sanierung des nördlichen Seitenraumes an der Victoriastraße zwischen Nonnenbusch und Zur Höhe in Marl-Lenkerbeck erfolgen, ohne dass gleichzeitig eine Sanierung der Fahrbahn durchgeführt wird. Fördermöglichkeiten werden durch das aktuelle Förderprogramm Nahmobilität des Landes NRW eröffnet (z.B. Brücke über den Sickingmühlenbach zwischen Lessing-straße und Schwanenweg in Marl-Hamm). Bei deutlicher Verbesserung der nachhaltigen Verkehrsmittel, die eine gute Nahmobilität ausmachen, kann auch für Geh-/Radwegsanierungen eine

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