Der Klimawandel kostet die Stadt Marl Millionen

Starkregenereignisse und ihre Folgen, etwa Sturzfluten und Überschwemmungen, verursachen immer wieder gravierende Schäden in Deutschland. In den letzten Jahren ereigneten sich gleich mehrere solcher Sturzfluten mit katastrophalen Folgen. Häuser wurden geflutet, zahlreiche Menschen verloren ihr Eigentum. Allein die versicherten Schäden betrugen über eine Milliarde Euro. Projektionen von Klimamodellen lassen in Zukunft eine Zunahme solcher Ereignisse vermuten. Besonders problematisch ist, dass sich zwar Gebiete, für die ein Hochwasserrisiko durch Flüsse oder durch eine Küstenlage besteht, relativ gut eingrenzen lassen, Starkregenereignisse und damit einhergehende Überschwemmungen jedoch an jedem Ort in Deutschland auftreten können.

Der Überflutungsvorsorge muss in Marl zukünftig eine erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden. In den vergangenen Jahren haben außergewöhnliche Starkregen in vielen deutschen Städten wiederholt schwere Überflutungen mit enormen Sachschäden verursacht und mancherorts sogar Menschenleben gekostet. Der Klimawandel erhöht in
diesem Zusammenhang zusätzlich den Handlungsdruck, auf kommunaler Ebene schon heute Anpassungsmaßnahmen und vor allem eine gezielte Vorsorge gegenüber Schäden aus extremen Regenereignissen zu ergreifen.

Die Stadt Marl tut viel zur Prävention
Um bei Starkregenereignissen das überschüssige Wasser zwischenspeichern zu können, baut die Stadt eine Fülle an Regenrückhaltebecken. Allein für die Erschließung von Gate.ruhr müssen zwei große Anlagen errichtet werden. Auch im Neubaugebiet „Gärtnerei Lauf“ in Drewer-Süd soll eine Regenrückhaltebecken entstehen. An der Bergstraße und der Sickingmühler Straße kann man schon heute sehen wie solche Anlagen aussehen können. Aktuell sind noch sechs weitere Anlagen in der Planung oder bereits in der Umsetzung.

„Das ist natürlich mit erheblichen Investitionen verbunden“ erklärt der baupolitische Sprecher Daniel Schulz. „Die natürlichen Bachläufe wurden in enge Betonbetten gezwungen und können jetzt das Niederschlagswasser nicht mehr abführen. Die zunehmende Versiegelung in der Stadt sorgt dafür das sich die Situation immer weiter zuspitzt.“

Birgit Sandkühler


„Dabei liegen die Lösungen doch auf der Hand“ erklärt die umweltpolitische Sprecherin Birgit Sandkühler. „Flächen müssen entsiegelt werden und für Neubaugebiete muss per Satzung festgelegt werden das sich die Situation nicht noch verschlimmert.“

Politik blockiert positive Entwicklung
„Wir haben einen ersten Vorstoß gewagt und beantragt, das die Stadtverwaltung dafür werben soll in Marl mehr begrünte Dächer und Fassaden anzulegen“ erinnert Schulz. „Wir wollen niemanden dazu verpflichten, wir wollen Anreize schaffen. Das Geht am besten indem die Stadt beratend zur Seite steht, auf Fördermittel hinweist und auch bei den Entwässerungsgebühren diejenigen bevorteilt, die sich dazu entschließen etwas für das Stadtklima zu tun. Aber leider blockieren viele Ratsmitglieder diesen Lösungsansatz. Dabei wäre die Stadt auch selbst in der Pflicht mit gutem Beispiel voran zu gehen. Gerade in Marl haben wir Massen an Immobilien mit Flachdach (typisch 70er Jahre) die man mit Hilfe von Fördertöpfen ertüchtigen und begrünen könnte. Bei einem vernünftigen Konzept könnte man gleich prüfen ob einige Flächen auch für Photovoltaikanlagen geeignet sind.“

Verwandte Artikel