Drei Reiniger reichen im Haushalt – Müll vermeiden und Umwelt schonen

Für fast jedes Material und jeden Zweck gibt es inzwischen einen Spezialreiniger. Im Nu hat man zehn oder mehr Putzmittel herumstehen. Das sind zu viele, findet die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Drei Reiniger genügen der Organisation zufolge, um das Haus blitzblank zu putzen.

Um die eigenen vier Wände in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, wird vielerorts gescheuert und gewienert, was der Putzlappen aushält. Doch wer nach dem Reinigungseinsatz einen gesunden und sauberen Haushalt vorweisen möchte, kann chemische Keulen, die Keimfreiheit versprechen, getrost im Regal stehen lassen. „Der Einsatz von antibakteriellen Reinigungsprodukten ist nicht nur unnötig und meist auch teuer, sondern schädigt zudem die eigene Haut sowie die Umwelt“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Sie hat erhellende Tipps, wie Putzteufeln die alljährliche Putzaktion auch ohne Griff zu kostspieligen Spezialreinigern gelingt.

Keimfrei in die Allergie
Inhaltsstoffe von vielen Saubermachern mit einem vermeintlichen Keimfrei-Faktor sind problematisch für die Haut und fördern die Ausbildung von Allergien, erklären die Verbraucherschützer. Zudem würden beim Putzen nicht nur krankmachende, sondern auch gesundheitlich unbedenkliche Keime bekämpft, die noch benötigt würden, um die Abwehrkräfte zu stärken. Stark desinfizierende Mittel gehörten deshalb in Krankenhäuser und nur in Ausnahmefällen in private Haushalte – etwa wenn ein Familienmitglied ansteckend erkrankt sei.

Die meisten Desinfektionsmittel seien zudem nur schwer biologisch abbaubar, da sie auch vor Bakterien in den Kläranlagen nicht Halt machten, warnt die Verbraucherzentrale. Zudem sei die Konzentration in Haushaltsreinigern oft zu niedrig, um wirklich alle Bakterien abzutöten. Die überlebenden Keime werden resistent und können nicht mehr erfolgreich bekämpft werden.

Drei Reiniger für ein sauberes Haus
Für einen hygienischen und sauberen Hausputz sind nach Ansicht der Verbraucherschützer keine Spezialmittel nötig. Ein gewöhnliches Reinigungsmittel sorge schon wegen der enthaltenen Tenside für ausreichende Hygiene. Drei Standardmittel reichen demnach als Reinigungs-Kombination völlig aus:

1. Allzweck- oder Neutralreiniger vertreiben den Schmutz von Fußböden sowie den meisten Oberflächen. Fenster werden mit einem Neutralreiniger und dem Fensterleder wieder streifenfrei sauber.
2. Zitronensäure und Essig beseitigen Kalkablagerungen und Harnstein.
3. Scheuerpulver oder Scheuermilch entfernen hartnäckige oder verkrustete Verschmutzungen.
Für hygienische Sauberkeit sorgen ein paar einfache Maßnahmen. So hilft etwa wöchentliches Waschen bei 60 Grad und regelmäßiges Erneuern von Spüllappen, Schwämmen und Handtüchern, die Ausbreitung von Bakterien erfolgreich zu verhindern. Der gleiche Effekt wird erzielt, wenn Hände nach jedem Besuch der Toilette und nach dem Kontakt mit Tieren oder erkrankten Menschen gründlich gewaschen sowie Türen und Türklinken regelmäßig gesäubert werden.

Putzen: Bakterienherde beseitigen
Gerade im Kühlschrank oder Abfalleimer, wo sich viele Bakterien sammeln, wird die Hygiene mitunter etwas außer Acht gelassen. Nicht nur beim Frühjahrsputz, sondern in regelmäßigen Abständen sollte dem Kühlschrank mit Allzweckreiniger zu Leibe gerückt werden, empfiehlt die Verbraucherzentrale. Alte Speisereste wandern demnach am besten in die Mülltonne, bevor sie zu schimmeln beginnen. Auch häufiges Entleeren und Reinigen von Abfallbehältern lässt ein Keim-Biotop in deren anfälligen Zonen erst gar nicht entstehen.

Eine geringe Luftfeuchtigkeit in Küche, Bad und WC hemmt ebenfalls das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Schon mit zweimaligem Lüften täglich erreicht man eine ideale Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent.

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