Eine Hochschule für Marl

Bündnis 90/ Die Grünen, CDU und BUM/FDP beantragen das die Verwaltung in Gespräche mit der Landesregierung, den Vertretern der Ruhrkonferenz, den Verantwortlichen der Westfälischen Hochschule und dem Hans-Böckler-Berufskolleg die vom Rat der Stadt Marl gewünschte Ansiedlung einer Hochschule oder eines Zweiges der westfälischen Hochschule einzutreten.
Hierbei wird ein enger Bezug zu den Bedürfnissen der regionalen Wirtschaft und den regionalen Gegebenheiten gewünscht.

Begründung:
CDU, BUM/FDP und Bündnis 90/ Die Grünen unterstützen jede sinnvolle und realistisch umsetzbare Initiative, die dem Ziel dient, junge Menschen für den Arbeitsmarkt der Zukunft zu qualifizieren und Menschen in unserer Stadt und Region die Möglichkeit gibt, sich über ihr gesamtes Berufsleben fort- und weiterzubilden. Wir begrüßen deshalb ausdrücklich die Idee, Marl als Hochschulstandort zu etablieren.
Die Gründung einer Universität kann dieser Forderung nicht Rechnung tragen. Eine neue Universität müsste sich direkt in die Konkurrenz zu den bestehenden und bestens etablierten staatlichen Universitäten im Ruhrgebiet, um Studierende begeben. Hier hätte eine neugegründete Universität im nördlichen Ruhrgebiet einen klaren Standortnachteil. Es würde Jahrzehnte dauern, bis sich eine neue Universität etabliert hätte. In dieser Zeit werden bis zu einer Mrd. Euro nötig sein, wenn man die Kosten der nach dem Krieg neu gegründeten Universitäten betrachtet. Diese Mittel müssten von der Politik in einer Zeit bereitgestellt werden, in der im Wissenschaftsbereich eine klare Priorisierung darin besteht, die existierenden staatlichen Universitäten und Fachhochschulen mit enormen finanziellen Mitteln fit für die Zukunft zu machen.

Realistischer und erfolgsversprechender scheinen daher Gespräche wie im Antrag gefordert.
Eine Hochschule Marl muss daher entweder als Private-Public Partnership von der regionalen Wirtschaft und den Institutionen der Region getragen werden oder als Standort einer bereits existierenden Hochschule, z.B. der Westfälischen Hochschule, schon bestehende Organisationsstrukturen mitnutzen können.
Marl wäre sicherlich prädestiniert sich in den Bereichen Chemie, Logistik und Gesundheitswirtschaft als Standort zu profilieren.
Als Standort biete sich, wie bei der Fern-Uni Hagen und der FOM, die beide leider nicht mehr ansässig sind, das Marler Stadtzentrum rund um das Hans-Böcker-Berufskolleg an. Entsprechende Gespräche mit der (Hoch-) Schulleitung im Hinblick auf eine enge Verzahnung von Berufsausbildung (Hans-Böckler-Berufskolleg) und Hochschulbildung (Westfälische Hochschule), insbesondere im Bereich der Chemie, wurden bereits geführt und ausdrücklich begrüßt. Von der Errichtung einer Zweigstelle würde langfristig der gesamte Bereich der Stadtmitte profitieren. Der Skulpturenpark und der City-See runden die Aufenthaltsmöglichkeiten
für Marler Studenten in den Sommermonaten ab.
Wir laden ausdrücklich alle Fraktionen ein, diesen Antrag zu unterstützen. Ein gemeinsames Votum ist nicht zuletzt ein starkes Signal an die Landesregierung.

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