Einrichtung des Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit (Amt 68)

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Der Rat der Stadt Marl hat in der Ratssitzung vom 06.06.2019 den Klimanotstand für Marl ausgerufen. Mit der Erklärung des Klimanotstandes stellt der Rat der Stadt Marl fest, dass es eine von Menschen gemachte globale Erwärmung der Erde gibt und die bisher ergriffenen Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung nicht ausreichen. Zugleich unterstreicht der Rat, dass der Klimaschutz für die Stadt Marl eine hohe Priorität besitzt.
Mit dem Ratsbeschluss verpflichtet sich die Stadt Marl, in Zukunft bei allen Entscheidungen den Klimaschutz stärker zu berücksichtigen. Um dieser Verpflichtung nachkommen zu können, sollen verschiedene Aufgabenstellungen, die schon heute über Schnittstellen verfügen, allerdings in unterschiedlichen Ämtern abgebildet sind, in einer Organisationseinheit zusammengefasst werden. Die Stadt Marl berücksichtigt bei der Erstellung neuer bzw. der Sanierung von Bestandsgebäuden verschiedenste Aspekte der Energieeffizienz und des Klimaschutzes. Die Planungen hierfür werden weitestgehend im Amt 65 vorgenommen.
Darüber hinaus wird sowohl bei neuen als auch bei Bestandsgebäuden im Zuge von Baumaßnahmen ebenfalls eine entsprechende Grünflächenplanung vorgenommen. Diese ist aktuell im Amt 61 angesiedelt. Die Vergabe aller Leistungen wiederum erfolgt über die zentrale Sub-missionsstelle.
Um hier Synergien zu erreichen und die schon bestehende Kooperation zwischen den verschiedenen Abteilungen zu verstärken, wird das Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit, Amt 68 gebildet.
In diesem Amt werden die vorher in verschiedenen Ämtern wahrgenommenen Aufgaben Umwelt- und Klimaschutz, Grünflächenplanung und -unterhaltung, Zentrale Submission und Bauplanung für städtische Gebäude gebündelt. Damit werden Strukturen geschaffen, die
eine umfassende Betrachtung unter Berücksichtigung der verschiedensten Aspekte gewährleistet und klare Verantwortlichkeiten festgelegt. Durch die engere Zusammenarbeit der Abteilungen in einem gemeinsamen Amt wird bei der Vergabe von Aufträgen noch stärker als bisher ein Augenmerk auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit gerichtet werden können.
Marl ist eine junge Stadt, insbesondere in den Boomjahren der späten 60er und frühen 70er Jahre wurde in Marl eine rege Bauaktivität entwickelt. Dabei entstanden neben zahlreichen das Stadtbild prägenden Bauwerken auch ganze Stadtteile, wie die Marler Mitte. Aufgrund
verschiedenster Gebietsreformen in der Vergangenheit war in der Wahrnehmung der Bürger eine willkürlich zusammengewürfelte Stadt entstanden. Mit Marl Mitte sollte ein verbindendes Element geschaffen werden und somit ein Zusammenwachsen der Stadt gefördert werden. Dieses auf Dauer angelegte Projekt läuft immer noch fort.
Unter anderem durch den Wegfall einer ganzen Industriesparte und dem damit verbundenen Wegfall an Arbeitsplätzen, die Flüchtlingskrise und die konsolidierungsbedingten Sparmaßnahmen ist die Stadtentwicklung heute mehr denn je gefordert, durch gezielte
Bauleitplanung und Bodenordnung die Entwicklungspotenziale des städtischen Raums zu erkennen, zu planen und umzusetzen.
Diese Aufgaben sind gemäß § 1 BauGB im Kern dem Amt 61 zuzuordnen. Aufgrund der
erforderlichen Konsolidierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre wurde das Amt mit weiteren Aufgaben angereichert. Dies wird mit der aktuellen Organisationsverfügung wieder zurückgeführt. Dadurch soll eine Fokussierung auf die Kernaufgaben des Amtes 61 erreicht
werden.
Dabei kommt der Stadtentwicklung eine entscheidende Bedeutung zu. Bei der Entwicklung neuer Flächen sind aufgrund der gesetzlichen Vorgaben die Bürger*innen im Rahmen der so genannten formalen Beteiligung anzuhören. Der Wunsch der Bürger*innen geht allerdings über diese formalen Beteiligungsmöglichkeiten weit hinaus. Sie wollen sich aktiv mit Ideen in die Entwicklung ihrer Stadt und vor allem ihres Lebensumfeldes einbringen und fordern dies immer mehr ein. Die Stadt Marl begrüßt diese Entwicklung und hat das Engagement der Marler Stadtgesellschaft, getragen von Bürger*innen, der Politik, ehrenamtlichen Gruppierungen, der Wirtschaft und den Kulturschaffenden aufgegriffen und mit ISEK 2025 + einen Grundstein für eine auf Kooperation und Beteiligung ausgerichtete Stadtentwicklung gelegt. Dabei zielt das ISEK Marl 2025 + darauf ab, eine langfristige und auf die Gesamtstadt ausgerichtete Strategie zu entwickeln. Darauf aufbauend gilt es nun, konkrete Maßnahmen und Projekte unter Beteiligung der Stadtgesellschaft zu entwickeln, die diese Strategie vor Ort im Quartier anfassbar und erlebbar machen.

Folgende Maßnahmen werden getroffen:
a) Einrichtung des Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit (Amt 68)
i. Verlagerung der Abteilung Umwelt und Grün (Abteilung 061/300) in das Amt
68 und Ausweisung als Abteilung 68/100 sowie Änderung der Organisationsbezeichnung in „Klima- und Umweltschutz“.
ii. Verlagerung des Sachgebiets Planungsbüro (Sachgebiet 065/010) in das Amt
68 und Ausweisung als Abteilung 68/200 sowie Änderung der Organisationsbezeichnung in „Neubau und Sanierung“.
iii. Verlagerung der Abteilung Verwaltungsservice 61 (Abteilung 061/010) in das
Amt 68 und Ausweisung als Abteilung Verwaltungsservice (Abteilung 68/300).
iv. Die Stelle der Amtsleitung 65 (Besetzung Stankowiak, Bernd) wird in das neu
gebildete Amt 68 verlagert und dort weiterhin als Amtsleitung ausgewiesen.
b) Das Planungs- und Umweltamt (Amt 61) besteht nach Verlagerung der Abteilungen
61/010 und 61/300 nunmehr noch aus den Abteilungen Stadtplanung (61/100) und
Bodenordnung, Vermessung 61/200). Aufgrund des veränderten Aufgabenzuschnitts
wird die Organisationsbezeichnung geändert in „Amt für Stadtplanung und integrierte
Quartiersentwicklung“
c) Weitergehende Änderungen ergeben sich für das Amt 61 nicht

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