Explosion im Chemiepark Marl

18:44h

Scheinbar hat gegen 13:40 Uhr ein Tank mit CDT (1,5,9-Cyclododecatrien) im Chemiepark Marl Feuer gefangen.  Hierbei handelt es sich um einen Kohlenwasserstoff der bei der Freisetzung explosionsfähige Gemische mit der Luft bildet. Diese ätzende Verbindung, unter normalen Bedingungen bereits unter dem Gefrierpunkt gasförmig, gilt als umweltgefährdend und gesundheitsschädlich.

Die Warnung an die Bevölkerung durch die Feuerwehr wurde mittlerweile aufgehoben. Angesichts der Rauchsäule scheint dies vielen verfrüht. Aber durch örtliche Feuerwehr wurden an verschiedenen Orten Luftproben gezogen. Auch das LANUV (Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Verbraucherschutz) stellt in Essen einen LKW als mobile Messstelle und Labor sowie Experten für Messungen bei solchen Gefahrensituationen bereit. Bedingt durch die stärkeren Winde in der Höhe werden Schadstoffe stark verteilt und ihre Konzentration in der Luft nimmt ab. Aufgrund der trockenen Witterung ist auch nicht mit einem sofortigen Niederschlag und somit einer Kontamination der direkten Umgebung des Großraums Marl zu rechnen. Trotzdem ist nun der Betreiber in der Pflicht die Öffentlichkeit aufzuklären. Die offiziellen Informationen des Betreibers waren mehr als spärlich. Erst über die sozialen Netzwerke, vor allem durch Twitter, wurden viele Informationen bekannt. Wir freuen uns, dass viele Personen ihre Ortskenntnisse genutzt haben um der Bevölkerung die Angst durch die Ungewissheit zunehmen. Aber hier sollte sich der Betreiber in der Pflicht sehen. Im Übrigen: Es ist Glück im Unglück, dass der Stoff kaum wasserlöslich und in der Luft mittlerweile stark verdünnt ist. Schließlich werden ebenfalls starke Umweltgifte wie Quecksilber im Chemiepark verwendet.

Jan Lindmeyer: „Es muss alles Mögliche getan werden um Ereignisse wie den heutigen Unfall zu verhindern. Kosten dürfen hier nur zweitrangig sein. Wir fordern von der Aufsichtsbehörde eine umfassende Aufklärung und von den Betreibern des Chemieparks und der Anlage eine Offenlegung aller Informationen. In Absprache mit den Einsatzkräften muss nach der Auswertung aller Daten überprüft werden, ob der Brandschutzbedarfsplan und die aktuellen Einsatzszenarien ausreichend sind oder es Optimierungsmöglichkeiten gibt.

 

Bündnis 90/Die Grünen Marl rät allen BewohnerInnen vorsorglich die Fenster und Türen geschlossen zu halten und sich fürs erste nicht im Freien aufzuhalten

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