Fehlende Ökologische Baubegleitung bei gate.ruhr

In der Marler Zeitung und den sozialen Netzwerken gab es mehrere Berichte darüber, dass auf der Halde des gate.ruhr Geländes ein Wald gerodet wurde. Der Verlust einer Vielzahl von Bäumen war zu beklagen.

Zuvor hatte die Baudezernentin Frau Baudeck in der Ratssitzung die Machbarkeitsstudie für das Industriegebiet gate.ruhr vorgestellt und angekündigt, dass der Wald demnächst abgeholzt würde, um Nistmöglichkeiten für bestimmte Tiere zu schaffen.

Sieht man sich die Artenschutzrechtliche Untersuchung in dieser Machbarkeitsstudie allerdings näher an, so stellt man gleich mehrere Verstöße gegen die Empfehlung des ökologischen Gutachters fest.

Der gravierendste Verstoß ist, dass aufgrund der sensiblen Tierarten, die dort festgestellt wurden, bereits in einem frühen Stadium eine ökologische Baubegleitung vom Gutachter als unverzichtbar angesehen wird.
Der Gutachter empfiehlt bereits 1 Jahr vor den Eingriffen die Maßnahmen durchzuführen und frühzeitig davor die ökologische Begleitung zu beauftragen

Auf unsere Nachfrage in der Ratssitzung war der Baudezernentin dies nicht bekannt.
Ein Planungsbüro hatte man nicht beauftragt.
Eine Absprache mit dem Grundstückeigentümer RAG hat dahingehend nicht stattgefunden.

Der Gutachter spricht weiterhin davon, dass Verstöße gegen das Bundesnaturschutzgesetz nur vermieden werden können, wenn frühzeitig mit den pflegerischen Maßnahmen begonnen wird. Dies war nicht der Fall.

Ohne ökologische Begleitung wurde also erst einmal der Wald abgeholzt.

Weiterhin hätte bereits weit im Vorfeld des jetzt gestarteten Maßnahmen folgendes gemacht werden müssen:

1. Lichte Waldrandzonen für Baumpieper und Gartenrotschwanz planen.
2. Das Höhlenangebot für die vorhandenen Fledermäuse erhalten und ergänzende Gebäudeuntersuchungen müssen gemacht werden, um gebäudebewohnende Fledermäuse zu versorgen.
3. Nistmöglichkeiten für Mäusebussard und Waldschnepfe müssen geschaffen werden.
4. Naturnahe Gestaltung des Regenrückhaltebeckens für die Nachtigallen
5. Gegebenenfalls Maßnahmen für die Turmfalken durchführen.
6. Untersuchung des verbleibenden Waldes auf Altbäume, die nicht forstwirtschaftlichen Zwecken zugeführt werden dürfen, da sie Nistmöglichkeiten bieten.

Offenbar wurde bislang lediglich erfreut zur Kenntnis genommen, dass das Industriegebiet gate.ruhr machbar ist. Die damit verbundenen naturschutzrechtlichen Regelungen hat man bislang überlesen.

Aus diesem Grunde beantragen wir:

1. Die Verwaltung setzt sich mit der RAG in Verbindung und beauftragt schnellstmöglich ein Fachbüro mit der frühzeitigen ökologischen Baubegleitung.

2. Sollte eine zeitnahe Beauftragung nicht erfolgen, sind alle Maßnahmen zurückzustellen, die die in der Machbarkeitsstudie angesprochenen Tier- und Pflanzenarten gefährden.

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