Marl war gestern der heißeste Ort in NRW. Der Deutsche Wetterdienst hat 41,8 Grad gemessen.

Um 15 Uhr waren es noch 40,9 Grad – etwa eine Stunde später wurden dann schon deutlich über 41 Grad in Marl gemessen. Der Spitzenreiter in Deutschland war beim Hitzerekord gestern aber Lingen im Emsland mit 42,6 Grad. Damit sind zum ersten Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen mehr als 42 Grad in Deutschland gemessen worden. Außerdem wurden in vielen Orten laut dem Landesumweltamt die Alarmwerte beim Ozon zum ersten Mal seit drei Jahren erreicht. Die Folge können Kopfschmerzen und Atemwegsbeschwerden sein. Heute soll es nicht mehr ganz so heiß werden – eventuell werden aber in einigen Orten aber noch mal um die 40 Grad erreicht.
(Quelle: radiovest.de)

Doch nicht nur die Hitze stellt ein Problem dar, denn der Klimawandel dürfte künftig öfter für Dürre in Deutschland sorgen
Im vergangenen Jahr fielen in Deutschland nur rund 60 Prozent der sonst hier üblichen Niederschläge. Vor allem die Monate April bis November waren außergewöhnlich trocken. Die Folgen seien, so der DWD, vor allem für die Land- und Forstwirtschaft dramatisch gewesen: Es herrschte Dürre in großen Teilen Deutschlands, in vielen Regionen verdorrte das Gras auf den Weiden, bei Getreide und Feldfrüchten kam es zu erheblichen Ernteausfällen und damit auch wirtschaftlichen Schäden, bundesweit traten Wald- und Feldbrände auf. Die außergewöhnliche Trockenheit im Jahr 2018 werde aber kein Einzelereignis bleiben. Becker: „Die Klimaforschung ist sich einig: Solche Wetterextreme werden mit dem Klimawandel immer wahrscheinlicher. Wir müssen künftig häufiger, wenn nicht gar in regelmäßigen Abständen, mit Dürre in Deutschland rechnen“. Die Nutzung langfristiger Vorhersagen von Trockenperioden werde damit immer wichtiger und sei eine notwendige Anpassung an den Klimawandel.

Grundlage der neuen DWD-Dürreprognosen sind Vorhersagen der Bodenfeuchte. Die Bodenfeuchte beschreibt, wieviel Wasser im Boden gespeichert ist. So kann es im Sommer wochenlang nicht geregnet haben und trotzdem verfügen die Pflanzen durch die gespeicherte Bodenfeuchte aus Niederschlägen des Winters und Frühlings über genug Wasser für ihr Wachstum. Der Boden wirkt als Puffer, kann Pflanzen auch mal über längere Trockenzeiten hinweghelfen. Die Bodenfeuchte ist eine sich nur langsam verändernde Speichergröße. Genau diese Eigenschaft wird bei der Berechnung langfristiger Bodenfeuchte-Vorhersagen genutzt. Becker: „Mit den heute verfügbaren Vorhersagetechniken hätte der DWD die im Juni 2018 in großen Teilen Deutschlands anhaltende Dürre schon 6 Wochen vorher mit guter Qualität vorhersagen können.“

Waldbrände, Ernteausfälle – auch wenn es in den kommenden Tagen regnet, bleiben die Böden in Teilen Deutschlands viel zu trocken. Dabei spielt auch der Klimawandel eine Rolle

Verwandte Artikel