Marshall 66 – Ein gutes Konzept mit vielen Fragezeichen

In welchem Stadium befindet sich die Unterschutzstellung und wie verträgt sich der innere Umbau des Gebäudes (veränderte Raumhöhen, Nutzung der Turnhalle, usw.) mit dem Denkmalschutz?

Das Bauvorhaben wurde „vorläufig unter Schutz“ gestellt. Zu den Umbau- und Sanierungsmaßnahmen sind Klärungsgespräche mit dem LWL (Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen) zu führen.

Im Jahre 2000 wurde eine umfangreiche Untersuchung der städtischen Gebäude durch das Hygieneinstitut Gelsenkirchen durchgeführt. Es wurde festgestellt, dass ein Großteil der Gebäude, u.a. auch die Hauptschule an der Kampstraße mit den krebserregenden Stoffen PCB, PCP und PAK verseucht war. Wusste die Firma ASTOC bei Erstellung ihrer Machbarkeitsstudie über die Schadstoffe Bescheid?

ASTOC wusste, dass in den aufgezeigten Teilbereichen Schimmel auftritt. In der Studie wird auf eine, über das Entsorgungskonzept hinaus, erforderliche Schadstoffprüfung eingegangen. Die dafür anfallenden Kosten waren in der Machbarkeitsstudie nicht aufgeführt.

Gesamtkosten – € 11.544.000
Davon Baustein 1 Museum – € 6.050.506
Förderung Nationaler Städtebau – € 5.400.000
Anteil Stadt (min. 10%) – € 650.506

Baustein 2 Bibliothek, VHS, Musikschule, Cafe` – € 5.494.186
Angenommener Förderanteil Städtebau (80%) – € 4.395.348
Anteil der Stadt l – € 1.098.838

In der Darstellung ist eine Unschärfe der Abgrenzung zwischen den Bausteinen enthalten, da es z.B. im Bereich Heizung, Elektro und Sanitär keine klaren
Trennungen geben kann. Diese sind weiter zu verhandeln.
Eigenanteil der Stadt gesamt: € 1.749.344
Kosten der Außenanlagen und Einrichtung sind nicht enthalten. Im Haushalt stehen derzeit € 3.600.000 zur Projektfinanzierung bereit, Fördermittel nicht eingerechnet.

Eins ist auch klar, jeder Cent und jeder Euro der noch oben drauf kommt ist nicht förderfähig.

Der baupolitische Sprecher nahm im Stadtplanungsausschuss Stellung:
Unsere Kritik richtet sich nicht gegen die Errichtung einer kulturellen Einrichtung. Die Verwaltung hat viel Vertrauen verspielt, so das die Politik bei Kostenschätzungen immer etwas skeptisch ist. Das sollte doch wohl klar sein. Auch die Wahl der Immobilie ist aus unserer Sicht nicht die intelligenteste Lösung weil einfach zu viele „Unbekannte“ im Raum stehen. Am Ende sind auch Fördermittel Steuergelder. Damit sollte man auch als Kommune sorgsam umgehen, auch wenn es den städtischen Haushalt nicht belastet. Auch die Immobilien die dadurch freigezogen werden (Skulpturenmuseum und Bücherei im Riegelhaus) müssen dringend saniert werden um eine neue Nutzung zu ermöglichen und kostenintensiven Leerstand zu vermeiden.

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