Marshall 66 und viele offene Fragen…

Der ehemalige Schulstandort könnte ein sogenannter „Dritter Ort“ werden, an dem kommunale Einrichtungen der kulturellen Bildung (Skulpturenmuseum, Bibliothek, Musikschule, Volkshochschule) zusammenwirken und „Marschall 66“ zum kulturellen Begegnungs- und Erlebnisort entwickeln.

Gesamtkosten von 11.544.000 €, davon soll die Stadt nur 1.749.344 € Eigenanteil tragen wenn alle Fördermittel wie geplant fließen. Davon sollte man unserer Meinung nach aber nicht unbedingt ausgehen. Diese Kosten stellen den Planungstand der Vorentwurfsplanung dar, sind daher auch noch sehr ungenau.
Kosten der Außenanlagen und Möblierung sind nicht enthalten. Die sich eventuell durch die denkmalrechtliche Unterschutzstellung ergebenden denkmalbedingten Mehraufwendungen sind hier auch nicht erfasst, da die Unterschutzstellung erst jetzt bekannt wurde.

Und ob die Bücherei und das Skulpturenmuseum umziehen oder nicht, die aktuellen Standorte müssen auch für deutlich über 2.400.000 € saniert werden. Denn wir können es uns einfach nicht leisten noch mehr städtische Immobilien dem Verfall zu überlassen.

Darum haben wir die Verwaltung gebeten uns folgende Fragen zu beantworten:

Denkmalschutz
Frau Baudeck erläuterte, dass anders als bisher mitgeteilt, das Denkmalschutzverfahren bei Marschall 66 noch laufen würde. Die Stadt Marl war zu einer Stellungnahme aufgefordert worden und hätte diese zur Denkmalschutzbehörde gesandt.
1. In welchem Stadium befindet sich die Unterschutzstellung?
2. Wie lautet die Stellungnahme der Stadt Marl ?
3. Warum wurde der Rat nach den negativen Erfahrungen mit dem Verfahren beim Denkmalschutz
des Rathauses nicht über diese Stellungnahme informiert?
4. Welcher Schriftverkehr ist bislang in Sachen Denkmalschutz bei Marschall 66 gelaufen? (Wir bitten darum diesen in Kopie den Fraktionen zur Verfügung zu stellen, um zeitaufwendige Akteneinsicht zu vermeiden.)
5. Wie verträgt sich der innere Umbau des Gebäudes ( veränderte Raumhöhen, Nutzung der Turnhalle, usw.) mit dem Denkmalschutz, da das Denkmal ja eine typische Schule der Epoche darstellt?
Ähnlich der Scharounschule bezieht sich die Denkmaleigenschaft nicht allein auf das Aussehen, sondern auch auf den konkreten Zweck und Anordnung der Räume.

Fördermittel:
Wenn der Bürgermeister angeordnet hat, dass Marschall 66 nur realisiert wird, wenn dies durch Fördermittel sichergestellt wäre und diese Mittel bisher nicht wie beantragt genehmigt wurden, ab welchem Prozentsatz Fördermittel darf realisiert werden?

Verseuchte Räume:
Nachdem die Belegung der ehemaligen Schule durch Migranten nicht mehr aktuell war, wurde bei einer Begehung festgestellt, dass einige Räume nicht mehr benutzt werden können, weil sie derart voller Schimmelpilzen bzw. Schwamm sind, dass sie sogar zugemauert werden mussten. Die Machbarkeitsstudie zu Marschall 66 geht darauf nicht ein.
1. Um welche Räume handelt es sich?
2. Welche Funktion sollen sie in Zukunft haben und wo finden sie sich in der Machbarkeitsstudie wieder?
3. Wenn zum Zeitpunkt der Belegung durch Migranten eine Sanierung nicht möglich war, wie soll dies nun passieren, zumal diesmal die Stadt Marl die Kosten selber tragen muss?
4. Ist eine derartige Sanierung förderfähig?
5. Wusste die Firma ASTOC bei Erstellung ihrer Machbarkeitsstudie über die verseuchten Räume Bescheid?

Schadstoffsanierung:
Im Jahre 2000 wurde eine umfangreiche Untersuchung der städtischen Gebäude durch das Hygieneinstitut Gelsenkirchen durchgeführt. Es wurde festgestellt, dass ein Großteil der Gebäude, u.a. auch die Hauptschule an der Kampstraße mit den krebserregenden Stoffen PCB, PCP und PAK verseucht war.
Bis auf die Gebäude, die eine sehr hohe Konzentration aufwiesen, wurde bei den anderen Gebäuden festgelegt, dass mittel- bis langfristig diese Schadstoffe beseitigt werden müssen. Bis dahin sollte durch das Reinigungspersonal intensiv gelüftet werden. Es ist davon auszugehen, dass weder mittel- noch langfristig die Schule dekontaminiert wurde, da sie abgerissen werden sollte.
1. Ist diese Schadstoffsanierung bereits in der Kostenschätzung berücksichtigt worden?
2. Wenn nicht, welche Zusatzkosten kommen auf die Stadt zu?
3. Wusste die Firma ASTOC bei Erstellung ihrer Machbarkeitsstudie über die Schadstoffe Bescheid?

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