The Never Ending Story – Rathaussanierung

Daniel Schulz (baupolitischer Sprecher):

Wir haben mit dieser Sanierung die letzte Chance das bestehende Rathaus zukunftsfähig zu machen. Mit den aktuellen Plänen sehe ich das aber nicht!

Die Planer sprechen bei der technischen Ausstattung der Gebäude nach der Sanierung von einem mittleren Standard.

-Ist es das wo wir hin wollen, wenn wir an Begriffe wie „E-Government“, „Smart Office“ und „Digitalisierung“ denken?
-Ist das der Weg den wir gehen wollen, wobei in Zukunft immer höhere energetische Standards an öffentlichen Gebäuden gesetzt werden?
-Ist das der Weg den wir gehen wollen um echte Barrierefreiheit für die Bürger*innen zu schaffen?
-Ist das der Weg alle Fachämter zu zentralisieren?

Die Tragfähigkeit der Türme hat seit der letzten Sanierung in den 80ern nachgelassen und das wird sie auch weiterhin tun! Schon heute wissen wir, das eine technische Ausrüstung und energetische Sanierung nach dem aktuellen Stand der Technik nicht möglich ist, weil die Türme das „nicht tragen können“. Ein einfacher Ausweg wäre das „Unterbauen“ der aktuellen Konstruktion auf einem standfesten Fundament (siehe Bild)

Der dazu gewonnene Raum könnte den Fachämtern aus dem Bauturm oder dem Riegelhaus Platz bieten. Auch die Realisierung des „sozialen Rathaus“ wäre dort möglich um die 8mio Euro für den Umzug des Skulpturenmuseums zu sparen.
Die dazugewonnene Tragfähigkeit würde ganz andere energetische und technische Standards ermöglichen die uns jeden Tag bares Geld einsparen während des laufenden Betriebes und zudem auch noch günstiger umzusetzen wären. Man könnte über Dinge wie eine Photovoltaik- Anlage auf dem Dach reden, begrünte Fassaden, leistungsfähigere Dämmstoffe für die Fassaden, innovative Fenstersysteme und und und… Stattdessen müssen die Mitarbeiter*innen mit dem Fakt leben, das ihre Büros schrumpfen und aktuell die Diskussion breitgetreten wird wie man an dem eh niedrigen Standard der Ausstattung noch weiter sparen kann.

Die aktuelle Planung wirft die Stadt um Jahrzehnte zurück, finanziell wie auch innovativ!

Wir müssen nicht darüber diskutieren wie wir den Wert des Rathauses „wieder herstellen“, sondern wie wir das Rathaus sanieren können damit es einen echten Mehrwert für die Bürger und Bürgerinnen der Stadt hat. Denn eins ist klar, selbst mit regelmäßigen Instandhaltungsmaßnahmen (die neben der Tilgung der Kredite, der Zinsen und der Abschreibungen, der Unterhaltungskosten und der Betriebskosten) Millionenlöcher im Haushalt hinterlassen werden, wird auch in 30 Jahren wieder eine Sanierung fällig sein. In welchem Umfang, das können wir heute schon mitbestimmen!

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