Antrag: Weltweiter Klimawandel: Global denken – lokal handeln – Kopenhagen darf nicht scheitern!

Weltweiter Klimawandel: Global denken – lokal handeln – Kopenhagen darf nicht scheitern!

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In diesen Tagen kommen die Vertreter von fast 200 Staaten in Kopenhagen zur Klimakonferenz zusammen, um ein neues Klimaabkommen auszuhandeln. Dieses Klimaabkommen ist entscheidend, denn der Klimawandel wird das Leben aller Menschen stark beeinflussen. Die Erkenntnisse des IPCC Berichts 2007 waren Besorgnis erregend, da sie starke Auswirkungen des Klimawandels auch auf unsere Lebenssituation vermuten ließen. Neueste Erkenntnisse, die das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) kurz vor der Klimakonferenz veröffentlich hat, geben noch mehr Grund zur Sorge, da die neuen Szenarien von noch stärkeren Auswirkungen des Klimawandels ausgehen.

Es ist mittlerweile unumstritten, dass der Mensch durch Treibhausgasemissionen einen entscheidenden Einfluss auf den weltweiten Klimawandel hat. Der Klimawandel, die dadurch erhöhte Durchschnittstemperatur und der erhöhte Meeresspiegel werden für einen Teil der Weltbevölkerung lebensbedrohlich werden. So wird es vermehrt zu Überschwemmungen, Sturmfluten und Dürreperioden kommen. In welchem Ausmaße dies allerdings geschehen wird, ist davon abhängig, um wie viel wir unsere Emissionen in den nächsten Jahrzehnten reduzieren werden und wie schnell wir dies tun. Hierbei gilt: je schneller und radikaler desto besser.

Die Zeit läuft uns davon!

Um einen für den Menschen gefährlichen Klimawandel zu vermeiden, müssen die weltweiten Emissionen so schnell wie möglich reduziert und auf einem geringeren Niveau konstant gehalten werden. Die G8 Regierungschefs haben in ihrer Deklaration auf dem Gipfel in L’Aquila festgehalten, dass sie die globale Durchschnittstemperatur um nicht mehr als 2°C ansteigen lassen und die Emissionen der Industrieländer bis 2050 um 80% reduzieren wollen. Das IPCC geht in seinem Bericht von 2007 davon aus, dass die Emissionen bis 2020 um 25 – 40%, bis 2050 um 80% reduziert werden müssen, wenn wir einen für den Menschen gefährlichen Klimawandel vermeiden wollen. Neuste Ergebnisse zeigen allerdings, dass wir vermutlich noch drastischere Einschnitte benötigen.Auf internationaler Ebene werden zurzeit die weltweiten Emissionsreduzierungen ausgehandelt. Die Europäische Union hat ihre Ziele bis 2020 festgelegt: 20 – 30% Emissionsreduzierung. Auch Deutschland hat sich national verpflichtet seine Emissionen um 40% bis 2020 zu reduzieren, wobei das Land Nordrhein-Westfalen sich 33% Emissionsreduzierungen bis 2020 zum Ziel gesetzt hat.

Um diese Ziele und eine Emissionsreduzierung erreichen zu können, muss dass Handeln lokal beginnen und auch die Stadt Marl ihrer Verantwortung gerecht werden und einen Beitrag zu einer Begrenzung des Klimawandels leisten.

Der Rat der Stadt Marl unterstützt das Klimaschutzziel der Bundesrepublik Deutschland, die globale Durchschnittstemperatur um nicht mehr als 2°C ansteigen zu lassen und erklärt seine Bereitschaft, auch durch eigene Maßnahmen die Emissionen in Marl bis 2020 um mindestens 40% und bis 2050 um mindestens 80% zu reduzieren.

In diesem Zusammenhang stellen wir folgenden Antrag: Die Verwaltung wird beauftragt

dieses Ziel im Entwurf des Haushalts ressortübergreifend zu berücksichtigen.

Bis zum April 2010 ein „Aktionskonzept 2020 – Marl schützt das Klima“ vorzulegen.

 

für die Fraktion

Siegfried Schönfeld  (Fraktionsvorsitzender)
Max Malkus (stellv. Fraktionsvorsitzender)

 

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