„ Wohnen an der Kita“ für den Bereich Riegestraße/Holbeinstraße

Zuerst die schlechten Nachrichten
Sozial geförderten Wohnungsbau wird es hier nicht geben. Auch wurde unserem Einwand, das ein Ausgleich der Bäume 1:1 einfach zu wenig ist angesichts hochwertiges Baumbestandes der dort verloren geht, kein Gehör geschenkt. Das Plangebiet umfasst insgesamt 71 Bäume. Voraussichtlich müssen nach jetzigem Planungsstand 22 Bäume, die unter den Schutz der Baumschutzsatzung fallen, zur Realisierung des Vorhabens gefällt werden. Hierfür sind gemäß des Fachgutachtens zur Ermittlung des Kompensationsbedarfes nur 23 Ersatzbäume zu pflanzen. Auch die Einwände der Anwohner, das mangelnder Parkraum und die Beschattung der Anliegergärten durch die neuen Gebäude für weniger Qualität des Wohnumfelds sorgen blieben offen im Raum stehen. Das beschleunigte Verfahren ermöglicht den Verzicht auf einzelne, ansonsten notwendige Verfahrensschritte wie z.B. eine ausgiebige Umweltschutzprüfung.

Die guten Nachrichten
Grüne Politik setzt sich endlich durch!
-Die Erschließungsflächen werden durch Tiefgaragenbau minimiert.
-Verkehrsberuhigende Maßnahmen tragen zu einer Reduktion der Geschwindigkeit und einer Erhöhung der Verkehrssicherheit bei, die altersunabhängig allen Bewohnern des Quartiers zugutekommen.
-Die Kita erhält ein naturnahes Außengelände, welches sich gemeinsam mit der waldartigen öffentlichen Grünfläche zum grünen Spielzimmer entwickelt. Im grünen Spielzimmer sind bodennahe Spiel- und Kletterstrukturen für Kleinkinder vorgesehen sowie ein Bereich mit losem Material wie Baumschnitt, Sand oder Oberboden, die zu Eigengestaltungsaktivitäten anregen.
-In Teilbereich 2 werden die Grünflächen mit einzelnen Sträuchern ergänzt, wodurch eine optische Aufwertung stattfindet. Der Bereich zwischen der Stellplatzanlage an der Straße und der neuen Bebauung wird durch Bäume optisch wie funktional getrennt und attraktiviert.
-Die Flachdächer werden aus ökologisch-klimatologischen und gestalterischen Gründen extensiv begrünt. Die Erhöhung des Grünanteils in der Wohnumgebung verbessert das Kleinklima infolge der Verdunstung des gespeicherten Wassers insbesondere in den Hitzeperioden.
-Vorgärten sind unversiegelt anzulegen und zu begrünen. Davon ausgenommen sind die notwendigen Zuwegungen und Flächen für Fahrradabstellanlagen und Müllbehälter. Ebenfalls nicht zugelassen ist aus klimatologischen und ökologischen Gründen eine Vorgartengestaltung mit Schotter, Split oder Kies.
-Zu erhaltende Bäume sind dauerhaft zu unterhalten. Bei Abgang ist an gleicher Stelle Ersatz zu leisten.
Um eine Überlebungsfähigkeit der zu erhaltenden Bäume sicher zu stellen, muss der Kronentraufbereich zuzüglich 1,50 m vor zusätzlicher Versiegelung freigehalten werden.

Der baupolitische Sprecher Daniel Schulz erklärt:
Dieses Bauvorhaben ist der Beginn einer positiven Entwicklung. Unsere Hartnäckigkeit zahlt sich langsam aus, aber Ziel muss es sein keine weiteren Flächen zu versiegeln und innerstädtische Grünflächen vollständig zu erhalten. Allerdings sollten wir neben den Klimaschutzbelangen auch intensiver auf die Sorgen der Bürger*innen eingehen. Nicht alles was nach Baurecht zulässig ist, ist auch fair den langjährigen Anliegern gegenüber!

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